Platz genug: Auf diesem Grundstück wird das Gymnasium gebaut. Fotografiert von der Aschhemer Straße aus, sind im Hintergrund die Häuser der Adalperostraße zu sehen. F: Guv

Optimistischer Zeitplan für ein neusprachliches Gymnasium

Ismaning - Die endgültige Zusage für den Bau des Gymnasiums ist da, jetzt spucken sie in Ismaning kräftig in die Hände.

„Wir haben plus/minus ein Jahr verloren. Wenn alles gut läuft, geht’s im Herbst 2016 an der Schule los“, sagt Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG). Knapp sieben Monate vor seinem Abschied aus dem Amt nimmt er jetzt das Großprojekt doch noch in Angriff.

Der Zeitplan sei optimistisch, aber durchaus realistisch, sagte der 64-Jährige. Eventuell beginne der Schulbetrieb in Teilen etwas früher - nämlich in sogenannten Vorläuferklassen, wie sie für das im September startende Gymnasium Trudering eingerichtet wurden. „Vor 35 Jahren haben wir das ja auch schon bei der Realschule gemacht.“

Jetzt müsse er erst einmal das offizielle Schreiben des Kultusministeriums abwarten, in der Sitzung am 1. August werde er dann den Ismaninger Gemeinderat über die aktuelle Lage mit all ihren Rahmenbedingungen informieren. Im September dann - nach der politischen Sommerpause - könne der Gemeinderat über den geplanten Architekten-Wettbewerb abstimmen, skizzierte Sedlmair die nächsten Schritte. „Baubeginn wäre dann, vorsichtig geschätzt, in eineinhalb Jahren.“

Das neue Gymnasium soll zwischen 30 Millionen und 40 Millionen Euro kosten - rund 30 Prozent der Kosten trägt der Landkreis München. Platz wird für mindestens 800 Schüler sein. Das Gebäude entsteht unmittelbar an der Aschheimer Straße. Das dort vorgesehene Areal gehört bereits der Gemeinde, liegt nahe der B 471, des S-Bahnhofs und einer Bushaltestelle. „Wir sind mit der Erschließung des Grundstücks schon deutlich weiter“, sagte Sedlmair gerade auch mit Blick auf die dort verlegten Fernwärmeleitungen des Geothermie-Projekts.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte sich die Gemeinde mit dem Landkreis zu einem Zweckverband zusammengeschlossen, nachdem der geschlagene Konkurrent Unterföhring und auch Garching nicht miteingestiegen waren (wir berichteten). „Trotz der festgezurrten Vereinbarung dürfen wir die große Lösung nicht aus den Augen verlieren. Ich hoffe da auf konstruktive Gespräche mit unseren Nachbarn“, sagte Sedlmair. Er geht allerdings davon aus, dass das Thema in den momentan „sehr bewegten Zeiten“ (Stichwort Kommunalwahl) nicht zur Diskussion steht. Wenn auch deutlich später, bekommt Unterföhring womöglich ebenfalls sein Gymnasium. Ein Zweckverband dreier Gymnasien würde Planungen vereinfachen und Kosten sparen.

Mit der endgültigen Zusage für Ismaning muss auch über die pädagogische Linie des Gymnasiums entschieden werden. Nicht zuletzt, um eine unmittelbare Konkurrenz zum naturwissenschaftlich-technologisch und sprachlich ausgerichteten Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching auszuschließen. Er könne sich vorstellen, dass man sich als neusprachliches Gymnasium aufstelle - mit einem musischen oder einem wirtschaftlichen Zweig. Der Idee der Ismaninger SPD ein Sport-Gymnasium einzurichten, steht er zwar offen gegenüber, hat sie allerdings „nicht primär im Fokus“.

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