Originalgetreu erhalten: Der blaue Saal in Schloss Ismaning. 
1 von 3
Originalgetreu erhalten: Der blaue Saal in Schloss Ismaning. 
Das Sterbezimmer des Herzogs im Leuchtenberg-Palais in München zeigt dieses Aquarell von F.X. Nachtmann aus dem Jahre 1824; Album der Herzogin Auguste Amalie, Tafel 16; The Royal Collection, Stockholm. 
2 von 3
Das Sterbezimmer des Herzogs im Leuchtenberg-Palais in München zeigt dieses Aquarell von F.X. Nachtmann aus dem Jahre 1824; Album der Herzogin Auguste Amalie, Tafel 16; The Royal Collection, Stockholm. 
rägt sich ins Goldene Buch ein: Nicolaus von Leuchtenberg (sitzend); hinter ihm (v.l.) Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich mit Amtskollegen Claudia Forster (Denkendorf), Anton Kappl (Markt Leuchtenberg) und Joachim Markert (Grünsfeld).
3 von 3
Trägt sich ins Goldene Buch ein: Nicolaus von Leuchtenberg (sitzend); hinter ihm (v.l.) Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich mit Amtskollegen Claudia Forster (Denkendorf), Anton Kappl (Markt Leuchtenberg) und Joachim Markert (Grünsfeld).

Herzöge von Leuchtenberg

Höfisches Leben im Bauerndorf Ismaning

  • schließen

Dass ein Sohn Napoleons mit einer bayerischen Prinzessin in Ismaning gelebt hat - daran erinnert eine faszinierende Ausstellung.   

Ismaning – Die Gemeinde Ismaning ist mittendrin in einem illustren Kreis bayerischer Orte, in denen einst die herzögliche Familie von Leuchtenberg ihre Heimat hatte. Deshalb ist die Wanderausstellung „200 Jahre Herzöge von Leuchtenberg“ seit vergangenem Wochenende im Schlossmuseum zu Gast. Nach einer zweijährigen Tour quer durch Bayern ist Ismaning nun das Finale einer Schau, die Majestätisches wie auch Kurioses aus dem Leben einer besonderen Familie zeigt.

Eugene de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons, war nach der Hochzeit mit Auguste Amalie von Bayern Schwiegersohn des bayerischen Königs Max I. Joseph. Der König ernannte ihn zum „Herzog von Leuchtenberg“. De Bauharnais kaufte sich 1816 die Ismaninger Schlossanlage als Sommerresidenz, bevor er sich an den Bau des Stadtpalais in München machte. Das wurde erst renoviert und ausgebaut, bevor die herzögliche Familie ein Jahr später in Ismaning lebte.

Entzückt vom Ismaninger Landgut

In einem Brief schwärmt Herzogin Auguste Amalie von Ismaning: „Ich bin über unser Landgut entzückt. Meine Wohnung ist reizend, nicht luxuriös möbliert, aber mit vornehmer Einfachheit.“ Und sie schrieb über ihren Mann, der damals der Herrscher über Italien war, über dessen Verbindung zu den Menschen im Ort: „Wie überall denkt er auch hier an das Wohl der Einwohner, und das Dorf spürt bereits seine Fürsorge.“ Die Hochzeit des später von Napoleon adoptierten Eugene de Beauharnais mit der jungen bayerischen Prinzessin war eine Ehe aus Staatsräson – aus der sich eine echte Liebe entwickelte.

Prunkvolles Palais-Leuchtenberg

Das Leuchtenberg-Palais am Münchner Odeonsplatz war prunkvoller als das Schlösschen in Ismaning und bekam eine der größten Kunst- und Naturaliensammlungen Bayerns. Im Gegensatz zur Anlage in Ismaning wurde das Münchner Gebäude samt seinem Inventar im Zweiten Weltkrieg zum Großteil zerstört.

Bürgermeister Alexander Greulich ist sehr stolz, dass die beiden Schlosssäle im Zustand von 1836 bis heute so erhalten geblieben sind. Und welches bayerische Rathaus ist schon ein ehemaliges Schloss und Wohnsitz eines Sohnes von Napoleon. Führungen durch die beiden Prunkräume begleiten in den kommenden Monaten die Ismaninger Ausstellung.

Besondere Exponate aus dem Schlossmuseum

Diese zeigt die Standorte der Leuchtenbergs, Urkunden der Familie, Gewänder oder auch das familiäre Pferdegeschirr. Das älteste Exponat ist ein künstlerisch gestalteter Lampenschirm von 1814.

Christine Heinz, Leiterin des Schlossmuseums Ismaning, hat die Wanderausstellung durch ganz besondere Exponate aus ihrem Fundus ergänzt. So sind Kleider-Entwürfe von Auguste Amalie für einen Kostümball 1820 ebenso zu sehen wie Aquarellgemälde, „die ich nur ganz selten zeige“, sagt Christine Heinz. Die Museumsleiterin und der Bürgermeister freuten sich auch, dass mit Herzog Nicolaus von Leuchtenberg ein Nachfahre dieserdie bayerische Geschichte prägenden Familie die Ausstellungseröffnung besuchte und sich dabei in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug.

„Die Geschichte der von Leuchtenbergs ist präsent und interessiert die Menschen sehr“, sagte Christine Heinz, „auch wenn es heute nur noch sehr wenige Nachfahren gibt.“ Der 2014 gegründete „Freundeskreis Leuchtenberg“ hat sich auf die Fahne geschrieben, die Familiengeschichte weiter zu erzählen. Die Ausstellung im Schlossmuseum läuft noch bis zum 6. Oktober.

Öffnungszeiten

Das Schlossmuseum Ismaning, Schloßstraße 3A, hat geöffnet: Dienstag bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 13 bis 17 Uhr. Am Pfingstmontag ist von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Das sind die schönsten Wiesn-Fotos der Merkur-Leser
Am letzten Tag der Wiesn zeigen wir Ihnen die schönsten Wiesn-Fotos der Merkur-Leser aus dem Landkreis München. Viel Spaß beim Durchklicken.
Das sind die schönsten Wiesn-Fotos der Merkur-Leser