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Ismaning setzt Lebensretter vor die Tür: Bürgermeister spricht von „Vorgeschichte“

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Von: Laura May

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Fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen: die ehrenamtliche MKT-Jugendgruppe Ismaning (v.l.) Nina, Anna, Patrick, Emre, Lucas, Coss, Lena, Valerie sowie die beiden Abteilungsleiter (vorne) Ferdinand Biegert und Sophia Malcherek.
Fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen: die ehrenamtliche MKT-Jugendgruppe Ismaning (v.l.) Nina, Anna, Patrick, Emre, Lucas, Coss, Lena, Valerie sowie die beiden Abteilungsleiter (vorne) Ferdinand Biegert und Sophia Malcherek. © MKT

Die Gemeinde Ismaning hat der Jugendgruppe des Münchner Krankentransports (MKT) die Vereinsräume gekündigt. Zwar fristgerecht, aber die Lebensretter fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Andere Vereine würden den Raum dringender benötigen, heißt es aus dem Rathaus. 

Ismaning – Nach über zehn Jahren wirft die Gemeinde Ismaning die ehrenamtliche Jugendgruppe des MKT ohne ein Gespräch aus den gemeindeeigenen Räumlichkeiten an Hauptstraße 17, so lautet zumindest die Version des privaten Rettungsdienstes. Der Verein für Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Bayern, der in Ismaning seit über 20 Jahren Jugendliche als Rettungshelfer schult, fühlt sich von der Kündigung überrumpelt und alleingelassen. Denn Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) habe „zu keiner Zeit Kontakt zu uns gesucht, um die Angelegenheit zu besprechen“, so geht es aus einer E-Mail der Betriebsleitung an die Gemeinde hervor. Darin hatten die Ehrenamtlichen um ein Gespräch mit Rathauschef Greulich gebeten. Im Antwortschreiben der Gemeinde von Mitte September, das dem Münchner Merkur vorliegt, beruft man sich auf die fristgerechte Kündigung der Räumlichkeiten zum 31. Dezember dieses Jahres. „Insoweit sehen wir für den von Ihnen angestrebten Gesprächstermin keinen Bedarf“, heißt es dort.

Überquellende Briefkästen und Inaktivität

Bürgermeister Alexander Greulich spricht auf Nachfrage von einer „Vorgeschichte“. Die Gemeinde sei in der Vergangenheit sehr zufrieden mit der Arbeit des Vereins gewesen, doch zunehmende Meldungen anderer Vereine von überquellenden Briefkästen und der Inaktivität der MKT- Jugendgruppe ließen die Gemeinde vermuten, dass die großzügigen Räumlichkeiten sinnvoller genutzt werden könnten. „Wir haben um eine Stellungnahme des Vereins gebeten und nie eine Antwort bekommen“, sagt Greulich, „und die Warteliste mit aktiven Vereinen, die die Räumlichkeiten wirklich brauchen, ist riesig.“

Vor der Pandemie bis zu dreimal wöchentlich Schulungen und Gruppenabende

Die große Frage bei der Sache ist: War die Jugendgruppe schon vor Corona inaktiv? Denn dass während der Pandemie die Vereinsarbeit zurückgeschraubt wurde, sei ja bei allen so gewesen, sagt Ursula Glas, Assistentin der Betriebsleitung des MKT. „Die Jugendgruppe hat die Räumlichkeiten vor der Pandemie ein bis drei Mal wöchentlich für Gruppenabende und medizinische Schulungen genutzt“, sagen Sophia Malcherek und Ferdinand Biegert, Abteilungsleiter der MKT Jugendgruppe Ismaning.

Bürgermeister Greulich dagegen bleibt dabei, bei ihm sei nicht der Eindruck entstanden, dass der Verein vor der Pandemie besonders aktiv war. „Wenn der MKT in Ismaning wieder Jugendarbeit machen will, bekommen sie auch Räume von uns für die temporäre Nutzung.

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