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Der Fischerhof, erbaut 1752, abgerissen 1967 in der Fischerstraße. Der Hofinhaber fischte für den Fürstbischof und spätere Eigentümer des Schlosses im Seebach und Teilen der Isar.

Heimatforschung

Ismaning: Suche nach den alten Hausnamen

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Hausnamen sind in vielen bayerischen Orten Tradition. Doch sie geraten immer mehr in Vergessenheit. Der Ismaninger Toni Weber hat dafür gesorgt, dass das seiner Gemeinde nicht passiert. Und förderte kuriose Erinnerungen zutage.

Ismaning – Als Toni Weber noch ein kleiner Bub war, haben ihn seine Eltern zum Heißn Michi zum Spielen geschickt, weil der genau so alt war wie er. Die zwei waren schnell enge Spezln, aber als sie ein paar Jahre später in die Schule kamen, lernte Weber etwas über den Heißn Michi, das er bei aller Freundschaft noch nicht wusste: den Familiennamen. Noch heute, wenn er davon erzählt, klingt die Verwunderung des damaligen Erstklässlers durch: „Steht der Michi auf, wie der Lehrer den Namen Reisinger aufruft“, erinnert sich Weber, heute 75 Jahre alt mit einem Kopfschütteln.

Akribischer Archiv-Forscher: Toni Weber lebt zwar seit Jahrzehnten nicht mehr in Ismaning, forscht aber emsig zur Geschichte seiner alten Heimat.

In Ismaning aufgewachsen, erforscht er seit vielen Jahren die Gemeindegeschichte. Sein jüngstes Projekt sind die Hausnamen im Ort. Für viele ein völlig unbekanntes Konzept: Der Name des Anwesens war unter den alteingesessenen Ortsbewohnern viel geläufiger als der Familienname, bei dem viele nur mit den Schultern zuckten.

„Für mich sind die Namen immer noch präsent“, sagt Weber. Er selbst wurde kaum bei seinem Hausnamen, „Bleicher“, gerufen, der sich nie so recht durchsetzte. Doch der Heißn Michi und viele andere im Ort hören immer noch auf die alten Namen, die es Weber so angetan haben. Der Pensionist lebt zwar schon seit gut vierzig Jahren im schwäbischen Kreis Günzburg, wo er auch Familie hat. In seine alte Heimat zieht es ihn aber so gut wie an jedem Wochenende. „Hier sind meine Wurzeln“, sagt er.

Wenn der Heimatforscher sich an das Ismaning vor vier, fünf, sechs Jahrzehnten zurückerinnert, wandern seine Hände über die ganze Tischplatte, umreißen unsichtbare Grundstücksgrenzen oder verpflanzen Familien von einem Hof in den anderen. Eigentlich habe er nur seine eigene Familiengeschichte aufarbeiten wollen, erzählt er, doch immer mehr seiner Freunde und Bekannten hätten ihn gebeten, doch etwas über ihren Hausnamen herauszufinden. „Wenn ich schon rumtue, dann gleich für die ganze Gemeinde“, habe er sich daraufhin gesagt.

Ein Familienrätsel hat er dabei auch gelöst: sein Großvater Johann bewirtschaftete den „Sturmhansl“-Hof. Weil der Wind so über die dazugehörigen Felder an der Goldach pfiff, heiße das Anwesen so, frotzelten die Ismaninger. Dabei sei „Sturm“ nur der Name des Vorbesitzers gewesen und mit dem Vornamen seines Großvaters zum Hofnamen verquickt worden, da ist sich Weber heute sicher.

Das Stockerhaus, Baujahr 1902, Münchner Straße, hat den Familiennamen seines Erbauers bis heute beibehalten, obwohl es schon bald mehrfach den Besitzer wechselte.

Der Heimatforscher wälzte Steuer- und Kirchenkataster und Archivdokumente vergangener Jahrhunderte, in denen die Hausnamen noch im Amtsgebrauch waren. Er kämpfte sich im Staatsarchiv durch die Aufzeichnungen in spinnendünner Beamten-Handschrift und interviewte alteingesessene Gemeindebürger, die sich oft auch heute noch unter den alten Namen kennen.

Herausgekommen ist ein Nachschlagewerk der Ismaninger Hausnamen von A wie „Altfischerin“ bis Z wie „beim Zwack“, das er dem Gemeindearchiv zur Verfügung gestellt hat. „Damit sie nicht vergessen werden“, sagt er. Denn auch wenn auch viele der jüngeren Ismaninger sich ihrer Hausgeschichte durchaus bewusst seien, habe sich der Ort eben verändert und verändere sich weiter.

In der alten Ismaninger Kirche waren die Hausnamen sogar an den Sitzbänken angebracht, erinnert sich Weber. Jeder Alteingesessene habe seinen Stammplatz gehabt – bis ein findiger Pfarrer aus vergangenen Zeiten einmal Geld gebraucht habe. Er habe die Plaketten abgeschraubt – und die Sitzplätze an die Meistbietenden neu verkauft. Die Geschichte bringt Weber immer wieder zum Schmunzeln. „Der Pfarrer, das war schon so einer.“

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