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Waghalsiges Wendemanöver: Vielen Autofahrer fällt erst kurz vor der Durchfahrtssperre an der Brücke auf, dass es hier in Richtung Garching nicht weiter geht. Nicht selten wegen der schlechten Beschilderung. Die Konsequenz: Sie müssen umdrehen – und das, obwohl der Gegenverkehr naht.

Die Beschilderung ist mit Schuld

Wendemanöver und Fahrten gegen die Einbahnstraße: Verkehrschaos an der Isarbrücke

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Autofahrer, die kurz vor der Sperre wenden oder einfach gegen die Einbahnstraße fahren: Die Bauarbeiten an der Isarbrücke sorgen für ein Verkehrschaos. Die Polizei schreitet ein.

Ismaning – Ferienzeit ist Baustellenzeit. Von den nahezu schier unzähligen Verkehrsengpässen im Landkreis in den Sommerferien gilt die Heckerbrücke an der B 471 bei Ismaning eh schon als hochgradig Stau-trächtig. Und die aktuellen Bauarbeiten verleiten Autofahrer zu riskanten Manövern. Widersprüchliche Hinweisschilder sind anscheinend Anlass für Irritationen.

Aus Ismaning in Richtung Garching ist die Durchfahrt während der Bauarbeiten bis voraussichtlich 6. September gesperrt. Lkw ab 7,5 Tonnen dürfen überhaupt nicht auf die Brücke. Immer wieder aber werden Autofahrer beobachtet, die die weiträumige Umfahrung ignorieren und ihr Glück über die Brücke versuchen.

Isarbrücke bei Ismaning: Aus kuriosen Situationen werden gefährliche Manöver

Das führte bisher zu eher kuriosen Situationen, wenn Autos an der Durchfahrt-Sperre auf der Ismaninger Seite vor der Brücke abrupt wenden, um in den Gegenverkehr einzufädeln. Während der Stoßzeit aber, wenn sich der Verkehr einspurig Richtung Ismaning schiebt, drohen aus kuriosen Situationen gefährliche Manöver zu werden.

Lässt der Verkehr abends und in den Nachtstunden nach, ist der ein oder andere tatsächlich versucht, gegen die Einbahnstraßen-Regelung über die Brücke nach Garching zu gelangen. So geschehen Samstagabend, als ein betrunkener Motorrad-Fahrer (55) trotz Polizeikontrolle die Sperre mit zuletzt 160 Stundenkilometern durchbrach.

Riskant und illegal: Dieser Opel braust trotz Einbahnstraßen-Regelung in Fahrtrichtung Garching an der Baustelle vorbei.

Die Baustelle ist jung; Autofahrer müssen sich an die neue, bisweilen umständliche Verkehrsführung gewöhnen. „Wir haben immer noch zu kämpfen“, berichtet Polizeihauptkommissar Albert Bauer von der Inspektion in Ismaning eine Woche nach Beginn der Arbeiten. Die irreführende Beschilderung habe ihren Teil zu dem Dilemma beigetragen. So stehen an der B 471 zwar ein Einbahnstraßen-Schild und Hinweise auf fehlende Wendemöglichkeiten, Linksabbieger auf der Freisinger Straße in Ismaning fahren vor dem Abbiegen aber nicht, dass die Brücke gen Garching gesperrt ist. Wer von der Baustelle also nichts weiß, landet und wendet an der Absperrung.

Isarbrücke bei Ismaning: Polizei informiert Staatliches Bauamt

„Große Schwierigkeiten machen uns auch Lkw ab 7,5 Tonnen“, sagt Bauer, der Leiter der Inspektion. Statischer Probleme wegen wird die Brücke überhaupt saniert. Kopfzerbrechen bereitet dem Polizeibeamten außerdem die Zufahrt zum Klärwerk unmittelbar vor der Sperre. Nur aus diesem Grund könne man die B 471 Richtung Garching nicht schon ab der Kreuzung Ismaning dicht machen: „Die Zufahrt muss frei bleiben.“

Das Staatliche Bauamt Freising, sagt Bauer, habe er über die irreführenden Hinweisschilder informiert. Die Sache mit dem Linksabbieger nach Garching werde demnach umgehend geregelt. „Mit Landratsamt und Bauamt bleiben wir im Gespräch.“

Isarbrücke bei Ismaning: Vize-Landrätin rügt Planung

Unterdessen wirft Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) den Behörden vor, zu spät zu reagieren. Mitte Juli habe sie das Landratsamt gebeten, sich mit dem Bauamt wegen der Arbeiten am Föhringer Ring abzusprechen. Letztere hätten verschoben werden müssen, findet sie. Stattdessen seien zwei Ost/West-Routen dramatisch verengt worden: „Stau war damit programmiert.“

Bauer ist zuversichtlich, dass die Isarbrücke bei Ismaning wie geplant noch in den Sommerferien frei gegeben wird. Zwei wichtige Ost/West-Verbindungen im Münchner Norden in der ferienfreien Zeit durch Baustellen behindert, das will keiner haben.

Lesen Sie auch: Übersicht: Hier staut sich der Verkehr in den Sommerferien

So verläuft die Umleitung

Bei der Umfahrung handelt es sich um dieselbe Umleitung, die bisher für Lkw ab 20 Tonnen galt: Alle Fahrzeuge in Richtung Garching sowie Lkw ab 7,5 Tonnen müssen nordwärts über die Bundesstraßen 388 und 301, links in die Staatsstraße 2053 über die Isar bis Mintraching, dann südwärts die Staatsstraße 2350 (frühere B 11) bis Autobahnanschluss Garching-Nord und die Westumfahrung Garching bis B 471.

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