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Einen Schildbürgerstreich sehen auch die Ismaninger Gemeinderäte in der Ampel an der M3. Sie wurde für 160 000 Euro vom Landkreis installiert.
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Weil sich zu Stoßzeiten auf der M3 kaum noch Lücken im Verkehr auftun, beschloss der Kreistag die Bedarfsampel, damit vor allem Transporter einbiegen können.

Ärger wegen Rückstau

Ismaning: Ampel an der M3 ist absurd

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Die Ampel an der M3 soll endlich wieder abgebaut werden. Das fordern jetzt auch die Ismaninger Gemeinderäte. Ebenso wie die Unterföhringer, die bei jeder Gelegenheit an den Landkreis appellieren, das selbst gemachte Verkehrshindernis zu beseitigen.

Ismaning/ Aschheim Das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Aschheim kommt den Ismaningern gerade recht. Der Gemeinderat gibt der östlichen Nachbarkommune in einem einstimmigen Beschluss seine Zustimmung nur unter dem Vorbehalt, dass die neue Ampel an der Kreisstraße M3 wieder abgebaut wird. Die Ismaninger machten in der Debatte deutlich, dass sie für die Zukunft einen Ausbau der Kreisstraße von Unterföhring in Richtung der B471 bei Aschheim erwarten.

Nach der Fertigstellung der neuen Autobahnauffahrt Aschheim/Ismaning hat das Staatliche Bauamt Freising die umstrittene Bedarfsampel, die sich immer dann einschaltet, wenn ein Fahrzeug vom Oberen Aschheimer Weg auf die M3 einbiegen will, im Dezember 2015 als Provisorium freigeschaltet, damit der Verkehr von dem dort ansässigen Kieswerk der Schöndorfer GmbH auf die M3 einfahren kann.

In dem zeitlich bis 2015 befristeten Kieswerk werden derzeit keine weiteren Rohstoffe mehr abgebaut, die Firma Schöndorfer verfügt aber über eine bis 2022 genehmigte Recyclinganlage für Bauschutt sowie über eine Asphaltmischanlage mit unbefristeter Genehmigung.

„Die Ampel sorgt für einen erheblichen Rückstau bis auf unsere Flur“, sagte der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Vor allem im Berufsverkehr würden die Autos Stoßstange an Stoßstange stehen bis auf die B471, über den Speichersee Richtung A99. „Das ist ein Schildbürgerstreich“, sagte Peter Aurnhammer (CSU) über die Bedarfsampel, die der Grund allen Übels sei. Ismaning werde sich entschieden wehren, erklärte Greulich. Er machte aber auch deutlich, dass es mit der Beseitigung der Ampel mittelfristig nicht getan sei: „Die M3 macht uns große Sorgen, weil sie jetzt schon überlastet ist und mit der weitreichenden Bebauung der Landeshauptstadt München der Verkehr deutlich zunehmen wird.“ An ihrer nordöstlichen Stadtgrenze plant die Landeshauptstadt ein neues Stadtviertel mit Wohnungen für 30 000 Menschen, für das die M3 eine wichtige Verkehrsader werden wird. Die Frage ist laut Greulich, ob die Kreisstraße nicht hochgestuft werden müsse zur Staats- oder Bundesstraße.

Ismaninger fordern Ausbau der M3

Für Gemeinde- und Kreisrätin Johanna Hagn (SPD) ist das keine Frage mehr: „Die M3 wird sicher umgewidmet.“ Nachdem Fahrradfahrer für die Überquerung der B471 kilometerweite Umwege fahren müssen, sieht Hagn andere Verkehrslösungen mit weiteren Wegen auch für Gewerbetreibende als gerechtfertigt an.

Greulich befürchtet, dass die M3 als Verbind zwischen Unterföhring und Aschheim zum Flaschenhals werden könnte, wenn die B471 zwischen Aschheim und Garching vierspurig ausgebaut wird, und zugleich der vierspurige Ausbau der B388 nach Erding kommt: Das könnte Staus rund um Ismaning mit sich bringen. Im Zuge der Ausbaupläne müsse auch die M3 vierspurig werden: „Wir Ismaninger haben die meisten Kreisräte in der Region“, sagte Greulich und deutete damit an, dass seine lokalen Kreispolitiker dieses Thema intensiv begleiten werden.

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