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Große Möglichkeiten – aber auch Risiken: Bioinformatiker Bela Frohn erklärt, wie mit „Gene Drive“ Lebewesen ummodelliert werden können. Dahinter sitzt Markus Berg.

VHS-Wissenschafts-Show

Wer an Genen rumspielt, sollte ein bisschen Angst haben

  • vonNico Bauer
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Harter Stoff unterhaltsam präsentiert - dafür steht die Science Slam Show der VHS Nord. Chancen und Risiken der Gentechnik waren eines der Themen in Ismaning.

Ismaning– Das Format ist coronabedingt nur eine Gemeinde weitergezogen. So gab die eigentlich in Unterföhring beheimatete „Science Slam Show“ der VHS Nord ein Gastspiel in Ismaning. Wegen der begrenzten Besucherzahl aufgrund der Regelungen zog man nach Ismaning, um mit den dortigen Technik-Möglichkeiten die Show live im Internet zu übertragen.

Bioinformatiker Bela Frohn gibt Denkanstöße

Der Bioinformatiker Bela Frohn („Wir sind keine Biologen, wir sind keine Informatiker“) widmete seinen wissenschaftlichen Beitrag der Evolution mit „Gene Drive“, der menschlichen Möglichkeit zur Veränderung von Lebewesen. Er hatte beim Exkurs über die Evolution dann auch gleich die Lacher auf seiner Seite bei den Bildern des ersten Säugetiers, des Affen und von US-Präsident Donald Trump: „Hier stellt sich schon die Frage, ob das wirklich immer so ist mit der Entwicklung von niederen zu höheren Lebewesen.“

Genmanipulationen bergen Risiken

Frohn zeigte dann auf, wie der Mensch Tiere verändern kann durch Verändern und Kopieren von Genen im Laufe der Vermehrung. Abschließend war seine Botschaft eine Denkaufgabe für das Publikum: „Wir haben wahnsinnige Möglichkeiten, die Welt besser zu machen, aber es ist auch wahnsinnig gefährlich. Vielleicht sollten wir ein bisschen Angst haben.“

Constantin „Tino“ Hruschka spricht über Asylrecht

In einem ganz anderen Bereich ist Constantin „Tino“ Hruschka unterwegs mit seinem Vortrag über das Asylrecht. „2015 wurde keine Grenze geöffnet“, sagte er, „aber 2015 wurde eine Grenze geschlossen.“ Er zeigte, wie man juristisch mit Tricks und Spitzfindigkeiten die Grenzkontrollen möglich gemacht habe. Er machte seine juristische Kritik deutlich und spannte den Bogen zur Covid-19-Krise: „Für viele war es ganz logisch, dass die Grenzen von Deutschland zu Österreich geschlossen wurden, obwohl es seinerzeit die meisten Infektionen in Heinsberg oder Tirschenreuth gab.“

Stefan Noelle, Philosoph mit Gitarre

Die peppig vorgetragene Wissenschaft wurde musikalisch umrahmt von Stefan Noelle, einem Philosophen mit Gitarre. Auch er trug Lieder vor, die inhaltlich schwere Kost humorvoll rüberbrachte. Noelle besang in einem Lied, wie heute Touristen und Münchner den Olympiapark genießen als Prachtstück dieser Stadt. Das Lied sollte aber aufklären, dass das markante Gelände mit Sport, Konzerten, Hügeln und See auf den Trümmern aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Ihm ist es ein Bedürfnis, dass die Menschen dieses andere, im Untergrund verborgene Gesicht des Parks kennen.

VHS-Chef Lothar Stetz aktuell mehr als Kameramann im Einsatz

„Ich bin derzeit mehr Kameramann als Volkshochschulleitung“, sagt Lothar Stetz, der als oberster Kopf des Hauses auch diesmal schwer im Einsatz war für eine gute Übertragung der Science Show im Internet. Der Aufwand für die Youtube-Übertragung wie auch die vielen Kleinigkeiten bei den strengen Hygieneregeln sind es ihm aber wert, um den Betrieb der Erwachsenenbildung auch in dieser schweren Zeit so gut und umfangreich wie möglich am Laufen zu halten.

Lesen Sie auch: Eine digitale Veranstaltung der VHS Nord ist von Online-Vandalen attackieren worden. Mit eingespielten Hitler-Reden und obszönen Videos erzwangen sie einen Abbruch.

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