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Triumphgeste: Ismaninger und Neufinsinger Burschen mit ihrem Beutestück.

Maibaumklau beim reichen Nachbarn

Ismaninger Burschen verlangen einen Tanklastzug Bier als Auslöse

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Ismaning – Das Wort des Bürgermeisters hat in der Ismaninger Dorfgemeinschaft außerordentliches Gewicht. Eben dieser Alexander Greulich hatte die Ismaninger Burschen angesporn, dass er gerne die Maibäume aus Ismaning und Unterföhring nebeneinander liegen sehen möchte. Seit Dienstagfrüh kann er das tun auf dem Kraus-Hof, denn im dritten Anlauf gelang der Prestigecoup in der südlichen Nachbargemeinde, mit der die Ismaninger eine gepflegte Rivalität verbindet.

Auf die Tour machten sich die Ismaninger zusammen mit Burschen aus Neufinsing, mit denen sie zusammen im Vorjahr bereits in Johanneskirchen erfolgreich waren. „Wir haben seit drei Jahren eine gut funktionierende Klau-AG“, sagt Andreas Bachinger von den Ismaninger Burschen. Diese Gruppe war besonders heiß auf Unterföhring, weil dort gegen alte Maibaum-Wachgesetze verstoßen worden sei, indem die Wache den Maibaum zuparkte. Und Überwachungskameras waren auch installiert bei der Edel-Wachhütte im Alm-Stil, die Unterföhring sich gönnt. Man hat’s ja in der reichen Mediengemeinde. Nur den Maibaum – den haben jetzt die Ismaninger.

Wie befohlen! Der Ismaninger und der erbeutete Unterföhringer Baum schön nebeneinander im Kraus-Hof – das hatte sich Bürgermeister Alexander Greulich von den Ismaninger Burschen gewünscht. Und sie damit noch angespornt.

In der Nacht auf Dienstag nutzten die Burschen die Betriebspause der S-Bahn und entfernten den Baum schon 300 Meter händisch von der Wachhütte, bis die drei Mann driien überhaupt etwas merkten. Da hielten einige Diebe aber schon alle Ausgänge zu – und dann ging alles ganz schnell.

Andreas Bachinger schob in etwa zwei Minuten mit dem Traktor die Hindernisse vom Kreisverkehr weg, andere Burschen drückten einen Zaun nieder, um den Weg frei zu machen. Kurzer Schreckmoment, als eine Frau auftauchte, aber die wollte nur zur S-Bahn. „Hätte sie die Hand auf den Baum gelegt, wäre es vorbei gewesen“, sagt Traktor-Kunstfahrer Bachinger. Die AG Ismaning/Neufinsing flüchtete auf Feldwegen Richtung Birkenhof bis zur Ismaninger Gemeindegrenze.

Verfolger in die Irre geschickt

Die verfolgende Wachmannschaft wurde ausgetrickst: Ein scheinbar harmloser Passant schickte sie in die Irre, in die entgegengesetzte Richtung zur Tankstelle an der Kreisstraße M 3. Die Ismaninger haben den prestigeträchtigen Coup im dritten Anlauf geschafft. Beim ersten Versuch war der Baum auch schon fast weg, als noch ein Passant Richtung S-Bahn in letzter Sekunde das Unternehmen stoppte. Damals hatten die Ismaninger schon Autos auf die Seite geschoben und Betonsteine versetzt, als der Unterföhringer die Hand auf den Baum legte.

Gewaltige Auslöse

Andreas Bachinger fordert von den reichen Unterföhringern eine gewaltige Ablöse: „Wir denken da an einen Tanklastzug mit Augustiner-Bier.“ Und jeden Tag, den die Nachbarn ihren Maibaum früher zurück haben möchten, wird es noch teurer. Bei Unterföhring liegt die Ismaninger Verhandlungsmesslatte sehr hoch. Und Andreas Bachinger betont, dass man es auch wegen Alexander Greulich so hartnäckig versucht hat: „Diesen Maibaum hat sich ja schließlich unser Bürgermeister gewünscht!"

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