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An der Isar daheim: Fliegenfischer Kristof Reuther.

Kristof Reuther ist an der Isar daheim

Ismaninger Fliegenfischer

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Er liebt die Natur, das Wasser und die Isar: Kristof Reuther aus Ismaning ist Vorstandsmitglied der Münchner Isarfischer. Rumsitzen ist nichts für ihn. 

Ismaning - Bis zur Hüfte steht er in der Isar, der Fluss rauscht, die Fluten drücken gegen seine Beine, die Insekten flirren über der Wasseroberfläche. Kristof Reuther wirft seine Fliegenschnur in einem ruhigen Rhythmus immer wieder aus, jedes Mal bildet sie eine elegante Schlinge über seinem Kopf, bevor die „Nymphe“ neben dem sprudelnden Weißwasser sanft auf der Oberfläche aufschlägt. Gefangen hat er heute noch nichts, „aber darauf kommt es nicht an“, sagt der 22-Jährige, der gelassen, ja geradezu tiefenentspannt wirkt. Wenn er im Fluss steht, gilt seine Aufmerksamkeit dem Naturschauspiel um ihn herum, Wasser, Tiere, Pflanzen. „Es gibt keine bessere Entspannung.“

In die dunklen, tiefen Stellen, wo er die Fische vermutet, dorthin wirft Kristof Reuther im gekonnten Schwung seine Schnur. Damit die Bachforellen oder Regenbogenforellen auf den tänzelnden Köder aufmerksam werden, vielleicht auch eine Äsche, aber die würde der junge Mann vom Haken lassen und zurück ins Wasser setzen. Die Äsche, der wohl schönste unter den Isarfischen, steht unter Schutz.

Kristof Reuther fischt in der Mittleren Isar, zwischen dem Oberföhringer Wehr bis 30 Meter unterhalb der Erchinger Schwelle. „Der schönste Abschnitt der Isar“, wie er findet. „Immer wieder kann man etwas Neues entdecken“, sagt er, sogar Biber oder Eisvögel beobachten. „Das Besondere beim Fliegenfischen ist die Beschäftigung mit der Natur.“

Auch die Insekten und ihre Larven kennt der Student des Umweltingenieurwesens. Aus seiner Gummistiefelhose holt er ein Kästchen mit Ködern hervor, alle selbst gemacht. Es sind Imitationen der Insekten, die an der Isar vorkommen: Eintagsfliegen, Bachflohkrebs, Steinfliegen, Köderfliegen. „Man schaut, welche Insekten vorkommen und hat hoffentlich die richtige Imitation dabei.“

Insekten-Imitation: Mit selbst gemachten Ködern lockt Reuther die Fische.

Kristof Reuther ist an der Isar aufgewachsen, fünf Meter vom Ufer entfernt, im Ismaninger Forsthaus. „Ich habe von klein auf einen starken Kontakt zur Isar“, erzählt er. Sein Vater angelt und jagt. Mit zehn begann auch Kristof mit dem Angeln, mit 14 legte er die Staatliche Fischereiprüfung ab, und mit 15 Jahren trat er bei den renommierten Münchner Isarfischern ein. Inzwischen ist er nicht nur ein Meister im Fliegenfischen, sondern als Jugendleiter auch Mitglied im Vorstand. Den Nachwuchs schult er ehrenamtlich.  

Der Verein der Isarfischer hat das Fischereirecht an der Isar gepachtet. Die Berechtigungsscheine werden nur in streng limitierter Zahl an Mitglieder ausgegeben. Höchstens zwei Fische darf ein Mitglied pro Tag entnehmen, vier pro Woche und 25 im Jahr. So ist die Vorgabe.

Mehrere Kilometer legt Kristof Reuther zurück, wenn er flussabwärts mit den Fischen zieht. „Beim Fliegenfischen sucht man die Fische auf“, sagt er. Deswegen hat er sein Fahrrad dabei. „An einer Stelle sitzen und angeln, das könnte ich nicht mehr, ich brauche die Bewegung.“

Im Winter allerdings, ist das Fliegenfischen mühsam: „Da geht man auf den Huchen, der hat den Beinamen der Fisch der tausend Würfe, weil er nicht so gerne beißt.“ Aber heute hat nicht einmal eine Forelle anbeißen wollen. „Macht nichts“, Kristof Reuther steht im kristallklaren Wasser unterhalb der Brücke an der B 471 zwischen Garching und Ismaning. Das Rauschen der Isar übertönt den Verkehrslärm. So oft er kann, kommt er an den Fluss. „Man vergisst alles um sich herum“, sagt er. Am Fluss sein, das ist das Wesentliche.

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