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Immer wieder kommt der Ismaninger mit dem Gesetz in Konflikt.

42 Vorstrafen

Ismaninger rastet aus: „Ich schlitz’ dir den Bauch auf“

Komplett ausgerastet ist ein Mann (50) aus Ismaning. Er hat einen Germeringer in der S-Bahn heftig bedroht. Nun stand er vor Gericht. Dort kennt er sich schon gut aus.

Ismaning – Da war selbst der erfahrene Strafrichter Johann Steigmayer erstaunt. Vor ihm auf der Anklagebank saß ein Mann aus Ismaning, dessen Vorstrafenregister satte 42 Eintragungen enthielt. „Das habe ich noch nie gehabt“, sagte der Richter. Wegen Bedrohung saß der 50-Jährige vor ihm.

Telefonat nervt Germeringer

Lautes Telefonieren in der S-Bahn hatte den Anstoß zu einer Auseinandersetzung mit einem 38-jährigen Germeringer gegeben. Die beiden Männer waren am frühen Abend des 21. September 2017 in der S 8 Richtung Germering unterwegs gewesen. Der Germeringer genoss mit Kopfhörern im Ohr ein Video auf seinem Handy, als der Angeklagte, der ganz in der Nähe saß, einen Anruf erhielt. Der Genuss des Videos war vorbei, der 50-Jährige telefonierte nämlich so laut „als wäre er der einzige Fahrgast in der Bahn“, erinnerte sich der Germeringer vor Gericht. Seine Bitte, „könnten Sie bitte etwas leiser telefonieren“, ließ den Ismaninger „vollkommen ausrasten“, berichtete der 38-Jährige.

38-Jähriger schlägt zu

Er beleidigte den Germeringer und forderte ihn auf, die S-Bahn zu verlassen „damit ich dir den Bauch aufschlitzen kann“. Eine Drohung, die den 38-Jährigen so sehr erschreckte, dass er sich zur Verteidigung vorab gezwungen sah und dem Ismaninger mit dem Handrücken einen Schlag ins Gesicht versetzte. Das hatte ihm einen Strafbefehl wegen Körperverletzung eingebracht. Heute bereut der Germeringer den Schlag, in der Verhandlung entschuldigte er sich beim Angeklagten dafür. Doch der 50-Jährige war nicht bereit, die Entschuldigung anzunehmen.

Ziemlich impulsiv

Noch immer sichtlich erzürnt saß er mit hochrotem Kopf auf der Anklagebank. Der 50-Jährige war sich keiner Schuld bewusst. Dass er dem Germeringer gedroht hatte, wollte er nicht ausschließen. Doch nicht vor, sondern nach dem Schlag habe er die Drohung ausgesprochen. Und der Schlag des Germeringers sei aus heiterem Himmel erfolgt.

Der Richter aber hatte keine Zweifel, dass der Vorfall so geschehen war, wie der Germeringer ihn geschildert hatte. Der Lauf der Verhandlung hatte allen Anwesenden deutlich vor Augen geführt, wie impulsiv sich der Angeklagte verhalten kann. Immer wieder fiel er dem Richter und Staatsanwalt und seiner Rechtsanwältin ins Wort. Bis selbst seine Verteidigerin die Geduld verlor und ihn ermahnte. „Jetzt seien Sie einfach mal still.“

Zweites Verfahren läuft

Verurteilt wurde der Ismaninger für die Bedrohung letztlich aber nicht. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Dies aber nur mit Blick auf eine Verurteilung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe wegen mehrmaligen Schwarzfahrens, die der Ismaninger absitzen soll.

Gegen dieses Urteil hat der 50-Jährige Berufung eingelegt. Sollte in der Berufungsverhandlung ein Freispruch erfolgen, würde er das Verfahren wegen Bedrohung wieder aufnehmen, stellte der Richter klar.

sus

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