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Im Zwiegespräch mit einer Figur aus der Fellini-Sonderausstellung des Deutschen Museums: Bernhard Küchle, Leiter der Bildhauerwerkstatt.

Bernhard Küchle führt am Samstag durch die Bildhauerwerkstatt im Deutschen Museum

Ein Ismaninger und sein Traumjob im Deutschen Museum

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Ismaning – Hier wird konstruiert, repariert und gestaltet – in den Werkstätten des Deutschen Museums werden kostbare Exponate restauriert, hier entstehen Dioramen, Figuren und ganze Landschaften. Am morgigen Samstag öffnen die Werkstätten. Von 8 bis 16 Uhr können die Besucher bei kostenlosen Führungen den Tüftlern über die Schulter schauen. Etwa Bernhard Küchle (61) aus Ismaning.

Bernhard Küchle aus Ismaning ist einer von rund 100 Mitarbeiter in 25 Werkstätten des Museums. Hier arbeiten Modellbauer, Kirchenmaler und Bildhauer Hand in Hand. „Ich habe 1988 hier angefangen, durch einen Zufall“, erzählt der 61-Jährige, der heute die Werkstatt leitet. Nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer, Schreinerlehre und Kursen im Instrumentenbau war Küchle drei Jahre Werkstudent an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Bergwerk mitgestaltet

Ein Freund bat ihn um Mithilfe beim Bau des Bergwerks im Deutschen Museum, das für sehr viele Schulklassen und Touristen der Höhepunkt ihres Museumsbesuchs ist.

 „Das ganze Bergwerk ist aus Gips erstellt, eine klassische Bildhauer-Arbeit“, sagt Küchle. Aus dem Aushilfsjob wurde eine Festanstellung und ein Traumjob: „Das war großes Glück. Für mich hat sich ein Kreis geschlossen. Ich konnte hier beide Berufe und alles, was ich gelernt hatte, anwenden.“

Höchste Ansprüche

Und nicht nur das: „Alles, was nicht speziell in andere Werkstätten fällt, kommt zu uns in die Bildhauerwerkstatt zurück.“ Im großen Atelier wird auf der Suche nach dem besten Material oft lange experimentiert. „Man lernt hier wahnsinnig viel dazu. Und die Messlatte nach 100 Jahren Deutsches Museum liegt unheimlich hoch.“ Daher lautet Küchles Richtschnur bei der Arbeit: "Entweder wir machen etwas richtig, oder wir lassen es."  

Heute ist Bernhard Küchle Leiter der Bildhauerwerkstatt, die im Bibliotheksgebäude untergebracht ist, und hat drei Mitarbeiterinnen. Wenn man in die Werkstatt kommt, findet man Figuren in allen Größen und aus allen möglichen Materialien, Holz, Ton, Gips, Kunststoff und vieles andere.

Für eine Miniaturmauer schneiden die Bildhauer mit dem Stemmeisen kleine Steine aus Kork und setzen sie anschließend wie eine echte Mauer aufeinander.

Sonderausstellung über Regisseur Fellini

Auch außergewöhnliche Aufgaben sind für die Bildhauer nicht die Ausnahme: Für eine Sonderausstellung über den italienischen Regisseur Federico Fellini bauten die Bildhauer eine lebensgroße Diva mit ausladendem Dekolleté und toupierter Frisur. 

Tag der offenen Werkstatt

In den Werkstätten des Deutschen Museums wird normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit gearbeitet und getüftelt. Einen Blick hinter die Kulissen können Interessierte am morgigen Samstag von 8 bis 16 Uhr werfen. Es gibt drei unterschiedliche Führungen in sechs Werkstätten (Dauer etwa 100 Minuten). Treffpunkt ist der Innenhof des Deutschen Museums.

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