Prozess am Amtsgericht

Ismaninger will Gras kaufen - und bedroht Dealer plötzlich mit Waffe

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Bei einem Dealer in Freising wollte ein 22-Jähriger aus Ismaning Gras kaufen. Als dieser ihn angreift, zieht er eine Waffe. Nun stand er wegen Bedrohung vor Gericht.

Ismaning/Freising – Ein Marihuana-Deal in Freising ist für einen 22-jährigen Kiffer außer Kontrolle geraten. Wildfremde Kerle attackierten seinen Begleiter. Der in Ismaning lebende 22-Jährige griff nach seiner täuschend echt aussehenden Softair-Pistole. Vor dem Amtsgericht Freising wurde ihm nun der Prozess wegen Bedrohung gemacht.

 Im Prozess gab sich der gerichtserfahrene Angeklagte jede Mühe, zu einer Verständigung zu finden. Alles nicht so dramatisch, ließ er Jugendrichter Boris Schätz wissen. „Ich sag’s Ihnen ganz ehrlich: Wir waren in Freising, um Gras zu kaufen – mehr nicht“, schob er leutselig nach.“ 

Auf einmal griffen den Kiffer „fünf, sechs Leute“ an

Während sie am verabredeten Ort auf ihren Dealer warteten, näherte sich eine ihm unbekannte Person. Völlig unerwartet schlug der Fremde seinem Begleiter ins Gesicht. Der Hieb traf mit voller Wucht. Sein Freund kippte über und segelte über die Motorhaube des Autos. Er sei daraufhin auf den Fremden los, gestand der 22-Jährige. Zwischenzeitlich hatte der Fremde aber Verstärkung bekommen. „Fünf, sechs Leute“, meinte der Ismaninger.

Dem Angeklagten wurde es zu bunt wurde. Er griff zur Softair-Pistole. Er sei ja schon das ein oder andere Mal bei Gericht gewesen, war der Ismaninger um eine Erklärung bemüht: „Ich wollte keine Probleme mehr.“ Der Anblick der Waffe sollte die Szenerie einfach befrieden. „Die Pistole war ungeladen“, versicherte er dem Gericht. Er habe bloß so getan, als ob es sich um eine echte Waffe gehandelt habe. Die gezückte Waffe vertrieb die Fremden, sie verteilten sich in den Nebenstraßen. Er habe die Waffe anschließend in einen Busch geworfen, berichtete der 22-Jährige. Dann verließen sie Freising – ohne Gras.

Verfahren wurde aufgehoben - das ist der Grund

Wie sich herausstellte, sind die Mitglieder der Freisinger Gang ebenfalls gerichtserfahren. Nicht einer aus der Truppe erstattete Strafanzeige. Und auch keiner erschien zum Prozess. Richter Schätz beließ es daher bei einem Warnschuss gegen den Ismaninger und stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage über 400 Euro ein. 

 Das durchaus milde Urteil trägt laut Jugendrichter Schätz dem Umstand Rechnung, dass der Fall nahezu zwei Jahre zurückliegt und dass sich die polizeibekannten Freisinger ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckerten. Mit der Entscheidung honorierte das Gericht außerdem den Gesinnungswandel, den der Ismaninger seitdem erfuhr. Mit 14 erstmals straffällig geworden, ist er seit annähernd drei Jahren nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

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Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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