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Das Trio auf dem Podium: Matthias Garschagen (M.) diskutierte mit Museumsleiter und Moderator Rasmus Kleine (l.) und Bürgermeister Alexander Greulich.

Diskussion mit Bürgern

Mitglied des Weltklimarats über Ismaning: „Dieses lokale Engagement wünschen wir uns“

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In Ismaning wohnt einer der Klimaschutz-Experten unserer Zeit. Prof. Matthias Garschagen ist Mitglied des Weltklimarats. Bei einer Diskussion lobte er das Engagement seiner Wahlheimat.

Ismaning -  Ismaning hat einen stetigen Zuzug und durch den Ruf als grüne Gemeinde zieht der Ort immer wieder Prominente an. Ein solcher Neubürger ist Prof. Dr. Matthias Garschagen, der an den Seidl-Kreuz-Weg gezogen ist. Der weltweit führende Klima-Wissenschaftler ist Mitglied des Weltklimarats und stand am ersten Klimatag bereit für die Fragen der Ismaninger. 

Am Vormittag diskutierte er im Gymnasium mit Schülern, am Abend bei einer Diskussion im Kallmann-Museum platzten die Räumlichkeiten mit mehr als 100 Besuchern aus allen Nähten. Bei beiden Veranstaltungen zeigte sich deutlich: Gerade junge Menschen denken intensiv über die Klimawende nach. Im Kallmann-Museum hatte der Hausherr Rasmus Kleine nach mehr als zwei Stunden mit vielen Fragen regelrecht Schwierigkeiten, zum Schluss zu kommen.

Fragen über Fragen stellten die rund 100 Ismaninger dem Experten, der sich mehr als zwei Stunden nahm diese zu beantworten. Am Vormittag hatte er bereis mit Schülern am Gymnasium debattiert.

Die vielen Fragen und auch die zahlreichen jungen Besucher waren bezeichnend für die Klimadebatte. Garschagen betonte dabei, dass er und die führenden Forscher den Klimawandel nicht aufhalten können: „Wir Wissenschaftler können nur die Folgen der Klimaerwärmung aufzeigen. Alles andere muss die Gesellschaft politisch ausdiskutieren.“ Im Interview spricht er über das Klimaschutz-Engagement seiner Heimatgemeinde

Herr Prof. Dr. Garschagen, Sie haben gefühlt Hundert Fragen beantwortet. Was nehmen Sie denn mit vom Ismaninger Klimatag?

Das Interesse ist sehr groß, über das Thema zu sprechen. Das passiert auch in einer sehr reflektierten, ausgewogenen Art und Weise. Man kommt zusammen, um darüber zu reden, und spricht nicht gegeneinander. Das fand ich sehr angenehm.

Waren denn auch Vorschläge oder Anregungen dabei, die für Sie etwas Neues sind?

Es sind Punkte dabei gewesen, bei denen ich gesehen habe, dass in den Kommunen eine hohe Bereitschaft besteht, an dem Wandel mitzuarbeiten. Die Bereitschaft ist höher, als wenn wir Wissenschaftler einfach nur von der Vogelperspektive in die Gesellschaft hineinschauen. Ich finde das erfreulich.

Sie sind als Experte auf der ganzen Welt unterwegs. Haben Sie denn Hoffnung, dass die Menschheit den Klimawandel tatsächlich stoppen kann?

Am Ende des Tages bin ich sehr hoffnungsvoll. Die Probleme werden derart massiv werden, dass wir gar nicht um die Frage herumkommen werden, wie wichtig uns ein Erdsystem ist, das der Klimawandel nicht zerstört. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Wie bewerten Sie als Ismaninger Ihre Heimatgemeinde klimatechnisch?

Das ist jetzt keine Lobhudelei, aber die Gemeinde Ismaning ist wirklich sehr weit vorne mit dabei. Man hat rund um die Jahrtausendwende sehr wegweisende Entscheidungen für die Geothermie getroffen gegen alle Unkenrufe, dass das nicht machbar sei. Heute werden große Teile Ismanings CO2-frei beheizt und das ist großartig. Dieses lokale Engagement wünschen wir uns.

Würden Sie Bürgermeister Greulich noch einen Klima-Ratschlag geben?

Da ist nichts Bestimmtes. Ismaning ist stark bei konkreten Maßnahmen und der Bürgermeister macht es richtig, den Dialog aufrecht zu erhalten. Das Klimaproblem kann die Gesellschaft nur gemeinsam angehen. Wir sehen gefährliche Tendenzen, dass man gegeneinander redet. Deshalb sollte Ismaning Veranstaltungen wie den Klimatag beibehalten.

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