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Rangierkunst: 34 Meter ist der Ismaninger Stamm lang. Wobei die Fahrt quer durch München die größere Herausforderung war als die letzten paar Meter.

Burschenverein Ismaning

Neben der Maibaumwache bleibt locker Luft für Diebstähle

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Ismaning – Wenn die Ismaninger einen neuen Maibaum bekommen, dann ist das eine beachtliche touristische Attraktion. Als die Burschen ihren Baum in einem Hof einlagerten, schauten einige Gäste aus der Region zu, wie der 34 Meter lange und viereinhalb Tonnen schwere Stamm auf den Bauernhof an der Robert-Bürkle-Straße gebracht wurde. Späher für potentielle Maibaumdiebe?

Die Ismaninger müssen als gefürchtetste Maibaumdiebe des Münchner Nordostens mit der Diebstahl-Alarmstufe Rot leben. Fast jedes Jahr klauen sich die Ismaninger einen Baum, um sich Brotzeit sowie Freibier zu verdienen. Deshalb ist der Ismaninger Maibaum die Chance für viele Vereine zur Revanche. 

Bei der Anlieferung machte die Runde, dass Burschen aus Kirchheim und Neufinsing ganz genau hingesehen haben. „Wenn es passiert, dann passiert es eben“, sagt Bernhard Dobmaier, der Vorsitzende des Burschenvereins gelassen. Er betont, dass sich sein Verein fair verhalte nach den ungeschriebenen Gesetzen für bayerische Maibäume: „Wir beschweren uns, wenn andere zum Schutz den Baum einmauern. Wir machen das deshalb sicher nicht.“ In Ismaning wird rund um die Uhr klassisch gewacht und dafür haben auch mehrere Vereine aus dem Ort ihre Unterstützung angeboten.

Bürgermeister spornt zum Handstreich an

Dazu haben die Burschen beim Hobeln, Schleifen und Streichen des Baumes genügend Arbeit, bis am 1. Mai gut ein Jahr maibaumlose Zeit in Ismaning endet. Der alte Baum musste aus Sicherheitsgründen wegen Pilzbefalls vorzeitig umgelegt werden.

Der neue Maibaum der Ismaninger kommt aus einem Wald nahe Starnberg. Von dort wurden die viereinhalb Tonnen Holz in fünfeinhalb Stunden Fahrt quer durch München transportiert. Wenn die Autoansammlung hinter dem Ismaninger Maibaum auf dem Mittleren Ring zu groß wurde, sind die Burschen rechts ran gefahren.

Als der Maibaum dann am Ziel angekommen ist, hatte Bürgermeister Alexander Greulich einen besonderen Wunsch: Er könne es sich gut vorstellen, den Ismaninger und den Unterföhringer Maibaum nebeneinander zu sehen... Ein Ansporn zum Maibaumklau an seine Burschen.

Angesprochen auf den Maibaum der Nachbargemeinde, zuckt Bernhard Dobmaier lächelnd mit den Schultern. Seine Burschen haben sich mehrere Maibäume und deren Quartiere in der Region angesehen. Auch wenn die Ismaninger auf dem eigenen Hof alle Hände voll zu tun haben, einem Diebstahl samt Brotzeit und Freibier sind sie nie abgeneigt.

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