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Die Schüler markieren auf der Weltkarte, wo ihre Familien ihre Wurzeln haben.

Projektwoche an der Grundschule am Kirchplatz

Bunt ist besser

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An der Ismaninger Grundschule am Kirchplatz lernen jeden Tag 363 Kinder aus 16 verschiedenen Nationen gemeinsam. Die Internationalisierung der Gesellschaft machte die Schule nun zum Thema mit der Projektwoche „Reise um die Welt“.

Für die Kinder wurde ein Paket geschnürt mit 32 Workshops, in die sich Lehrer, Eltern und externe Gäste einbrachten. Ursprünglich sollten auch Flüchtlingseltern Kurse halten, was aber aus sprachlichen Gründen nicht gelang. Aber auch so brachten sich Familien aus den verschiedensten Nationen ein für diese besondere Woche. Von der Weltreise an der Kirchplatz-Schule bleibt für die nächsten Jahre einiges erhalten alleine schon wegen den großen Landkarten, die im Gang des ersten Stockes an die Wand gemalt wurden. Alle Kinder markierten auf der Weltkarte und der Deutschlandkarte, wo sie und ihre Familien eigentlich her stammen. Deutlicher konnte sich die Vielfalt der Schulfamilie nicht zeigen. 

„Die Kinder sollen Offenheit und Neugier entwickeln“, sagt die Schulleiterin Sabine Höfner. Für die Rektorin bedeutet gelungene Integration, dass Menschen aus anderen Ländern und anderen Kulturen nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfunden werden. Sie war guter Dinge, dass die Kinder diese Erkenntnis aus der Woche mitnahmen.

Dieter Jahr aus Oberschleißheim baut mit den Schülern Ein-Euro-Brillen

In einem Projekt erlernten die Schüler beispielsweise, wie man eine Ein-Dollar-Brille baut. Dieter Jahr aus Oberschleißheim engagiert sich für das Projekt Ein-Dollar-Brille. Er ist Trainer und hat viele Afrika-Fahrer für ihre Mission ausgebildet. Denn rund 150 Millionen Menschen weltweit bräuchten eine Brille, können sie sich aber nicht leisten. Sie können nicht arbeiten, Kinder und Jugendliche können nicht lernen. Die Ein-Dollar-Brille wird aus einem extrem leichten und biegsamen Federstahlrahmen und vorgefertigten Brillengläsern gebaut, das Material kostet nur einen Dollar. Bei Dieter Jahr, der vor einem Jahr selbst drei Wochen in Malawi war und neue Brillenbieger ausgebildet hat, bekamen die Ismaninger Kinder eine Idee, wie Menschen in Afrika mit wenig Geld sehr geholfen werden kann.

Abgerundet wurde die besondere Integrationswoche mit viel Spiel und Spaß. Das reichte von tierischen Geschichten („Wenn sich das Nashorn in die Graugans verliebt“) bis hin zur sportlichen Betätigung. In einem weiteren Kurs wurde so gemalt, wie es die Ureinwohner von Australien machen. Sabine Höfner war begeistert, wie sehr sich die Lehrer für die Projektwoche engagierten und so ihren Teil dazu beitrugen, die Gemeinschaft zu stärken. Die Integrationswoche der Grundschule am Kirchplatz war etwas Besonderes und vor allem keine Eintagsfliege. „Das Thema Integration wird uns in Zukunft immer mehr beschäftigen“, sagt Höfer. Das Verständnis unter Kindern sei ein Schlüssel, um gesellschaftlichen Problemen der Integration früh vorzubeugen.

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