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„Future Disco“: Die Theatertruppe Lichtbühne im Kallmann-Museum.

Theater

Todestanz auf der Müllkippe im Kallmann-Museum

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Ismaning – Dieser Blick in die Zukunft machte keinen Appetit auf mehr. Vier junge Menschen stehen in der Mitte eines Müllberges und tanzen. Immer weiter. Das Quartett des freien Theaters Lichtbühne malte im Ismaninger Kallmann-Museum mit dem Stück „Future Disco“ ein ganz düsteres Bild von der Zukunft der Menschheit, für den heutige Fehlentwicklungen die Basis bilden.

Die Schauspieler Susanna Karina Bauer, Eva Gottschaller, Guido Verstegen und Ulf-Jürgen Wagner leben in ihrer aus Müllsäcken hergestellten Kleidung im Jahr 2980 in einer Welt, die nur noch aus einer großen vermüllten Disco besteht. Während die beiden Müllmänner noch als Relikt aus der Vergangenheit bemüht Abfall sammeln, halten sich die Pillengirls künstlich in Bewegung und Stimmung.

Beziehungen zerbrechen

Die Müllhalde im Kallmann-Museum bot ein skurriles Bild, das einmal Angst und das nächste Mal einfach nur nachdenklich machte. Die Schauspieler erinnern sich in der Future Disco an das Jahr 2016, wobei auch da von guten alten Zeiten nicht viel zu spüren ist. In Erinnerung geblieben ist, dass die Menschen Paare waren und Ehen führten, aber letztlich doch nebeneinander her lebten. Bis 2098 hat sich die Welt in der Vision der Künstler noch einsamer entwickelt. Staatliche Institutionen und Regierungen gibt es da nicht mehr und auch keine zusammen gehörenden Menschen. Die Individuen haben nur noch diese eine Future Disco und springen bis zum letzten Atemzug.

Früher war nichts besser

Zwischen dem Müll, den Kraftausdrücken und den kuriosen Gesprächen mit Themen zwischen Sex und Tod stecken viele Zwischenaussagen, die den rund 50 Besuchern vor allem Nachdenklichkeit mit auf den Heimweg gaben. Der so gerne einmal genutzte Spruch „Früher war alles besser“ wurde einkassiert. Die Lichtbühne möchte ihre Zuschauer sensibel dafür machen, dass der derzeit verantwortungslose Umgang der Menschen untereinander und mit ihrem Planeten Erde irgendwann den großen Knall bringt, zumindest aber den großen Müllberg. Ins Bild passt da auch die aktuelle Ausstellung des Kallmann-Museums mit der als „entartet“ verfemten Kunst, die einst vom Nazi-Regime verboten wurde.

Teilnahme an Theaterfestival

Das Stück basiert auf den Ideen von Maximilian Sachsse, mit dem Guido Verstegen bereits das über den Tod sinnierende Werk „Zwischen den Welten“ auf die Bühne gebracht hat. „Future Disco“ verfeinerte Guido Verstegen, der 2009 die Lichtbühne gründete. Mit der düsteren Reise in die Zukunft sind die Schauspieler am 22. September auch einer von acht Finalisten des Theaterfestivals „WortSchau“ in Neuperlach.


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