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Nasse Wände hat der Regen hinterlassen.

Undichtes Dach in Ismaninger Turnhalle

In die Osterfeldhalle tropft’s rein

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Das Dach der Osterfeldhalle in Ismaning ist undicht. Doch die Gemeinde findet keine Handwerker. Vereine und Schulen haben ein Problem.

Ismaning – Eine Horror-Vorstellung: Es tropft durchs Dach, und es findet sich kein Handwerker für die Reparatur. Genau das hat die Gemeinde Ismaning mit der Osterfeldhalle erlebt. Leidtragende sind in diesem Fall die Kinder, die dort Schulsport haben, sowie die Vereine. So erwischte er am vergangenen Wochenende die Basketballer des TSV Ismaning: Sie mussten ihr Heimspiel kurzerhand in die Realschulhalle verlegen, weil Dauerregen dazu geführt hatte, dass es in der Osterfeldhalle von der Decke tropfte. Mitten auf dem Feld breitete sich eine Pfütze aus.

Dies war nicht der erste Zwischenfall dieser Art: Schon vor „vielen Monaten“, erzählt Stefan Vinzenz, Vizevorsitzender des TSV, habe er sich wegen des Themas an die Gemeinde gewandt. Dort wiederum kennt man den Grund für das eindringende Wasser schon lange: Die Oberlichter der Turnhalle seien undicht, berichtet Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). „Das muss umfassend saniert werden.“

Diese Sanierung hätte die Gemeinde gerne längst in Auftrag gegeben: Im Frühjahr startete sie eine beschränkte Ausschreibung, wandte sich also direkt an mehrere Firmen. Doch zurück kamen nicht die erhofften Angebote, sondern nur Absagen, so Greulich: „Die haben uns mitgeteilt, dass das dieses Jahr nichts mehr wird, weil sie alle randvoll mit Aufträgen sind. Frühestens nächstes Jahr könnte das gemacht werden.“

Dies ist die Kehrseite der Medaille, wenn vom Auftragsboom im Handwerk gesprochen wird. So haben etliche Gemeinden in der Region große Probleme, Bauaufträge zu vergeben; überdies steigen die Preise im Rekordtempo. So musste in Garching beispielsweise ein Infrastrukturgebäude für den Sportplatz in Hochbrück zweimal ausgeschrieben werden, ehe ein einziges Angebot einging „Wir sind bislang von dieser Problematik weitgehend verschont geblieben“, berichtet Greulich. Doch in Sachen Osterfeldhalle bekomme man nun die Folgen der prall geführten Auftragsbücher im Handwerk zu spüren.

Jetzt soll die Dachsanierung nächstes Jahr angegangen werden, kündigt der Bürgermeister an. „Möglichst in den Schulferien.“ Bis dahin behilft man sich mit einem Provisorium. So wurde an den Oberlichtern bereits ein Rinnensystem installiert, über das Wasser ablaufen kann. Dieses funktioniere gut, lediglich bei Starkregen wie zuletzt sei es überfordert, sagt Greulich. Daher sollen kommende Woche – sofern es die Witterung erlaubt – auch noch Gitternetzfolien an der Außenseite angebracht werden.

Diese Pläne sowie die Gründe für die Verzögerung haben sich jedoch offenbar noch nicht in allen Vereinen herumgesprochen. So berichtet Vinzenz vom TSV Ismaning, dass er sich infolge der jüngsten Vorfälle erneut an die Gemeinde gewandt hätte. „Jetzt warten wir mal, was da rauskommt.“ Sollte es zu weiteren Wasserschäden kommen, „müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen, ob wir nicht die Reißleine ziehen und unsere Sportler gar nicht mehr in die Halle lassen“, sagt Vinzenz. „Wenn der Boden nass ist, ist die Unfallgefahr einfach zu groß.“

Derweil verweist Greulich darauf, dass aktuell nur bei Starkregen Wasser eindringe – „und das kommt bei uns zum Glück nicht allzu oft vor“. Überdies gebe es in der Halle einen Hausmeister, der täglich vor Ort sei. „Und der kümmert sich natürlich darum, wenn es Probleme gibt.“

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