Von der Mitterfeldallee bis hinter den Isarkanal könnte der Tunnel führen.
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Von der Mitterfeldallee bis hinter den Isarkanal könnte der Tunnel führen.
12 000 Fahrzeuge jeden Tag: Zu den Stoßzeiten steht der Verkehr auf der Münchner Straße. Der Verkehr (s. Grafik) könnte in Höhe Mitterfeldallee im Tunnel verschwinden und hinter dem Isarkanal wieder auftauchen.
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12 000 Fahrzeuge jeden Tag: Zu den Stoßzeiten steht der Verkehr auf der Münchner Straße. Der Verkehr (s. Grafik) könnte in Höhe Mitterfeldallee im Tunnel verschwinden und hinter dem Isarkanal wieder auftauchen.

Ortsdurchfahrt

Unterföhring plant Tunnel für dreistelligen Millionenbetrag

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Der Verkehrsgutachter Harald Kurzak empfiehlt den Unterföhringern einen Straßentunnel auf 2,4 Kilometern längs durch den Ort: Denn der Tunnel würde den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt mehr als halbieren. Es geht voraussichtlich um Kosten im dreistelligen Millionenbereich.

Unterföhring -  München hat kein Geld und baut trotzdem Tunnel. Unterföhring hat 490 Millionen Euro auf dem Sparkonto, aber keine Lösung für den verkehrsgeplagten Ort: Das könnte sich nun ändern. Der erfahrene Verkehrsgutachter Harald Kurzak stellte dem Gemeinderat eine Verkehrsprognose vor mit der eindeutigen Empfehlung: Ein 2,4 Kilometer langer Tunnel unter der Münchner Straße wäre eine sinnvolle Lösung. Nun lässt der Gemeinderat weiter untersuchen, ob der Tunnel technisch machbar ist und was er kosten wird. Dafür stimmten mit 16:7 Stimmen PWU, CSU und Manfred Unterstein (SPD). Dagegen sind alle übrigen sieben Gemeinderatsmitglieder der SPD.

Was also würde ein Tunnel bringen? „Mit 60 bis 70 Prozent weniger Verkehr auf der Münchner Straße führt er zu einer deutlichen Entlastung“, ist Professor Kurzak überzeugt. Zwar wird eine Untertunnelung der Münchner Straße mehr Verkehr aus Ismaning anziehen, etwa 2000 Autos zusätzlich. Aber in Unterföhring werden 8000 bis 9000 Fahrzeuge weniger unterwegs sein, nur noch rund 4500, von denen Kurzak behauptet: „Das sind die Unterföhringer.“ Er kommt zu dem Fazit: „Das ist eine wirklich gute Größe.“

Der überwiegende Teil des Verkehrs schießt mit Tempo 80 unterirdisch durch Unterföhring durch: Rund 14 000 Fahrzeuge werden von Ismaning kommend vor dem Mittleren Isarkanal im Tunnel verschwinden.

SPD lehnt Tunnel ab

Ganz vage sind bisher noch die Kosten: Jutta Schödl (SPD) erinnerte, dass vor Jahren ein etwas längeren Tunnel mit 200 Millionen D-Mark, also 100 Millionen Euro, veranschlagt wurde. „Und heute wird es sicher ein Stück teurer.“ Unterföhring müsse mit dem Freistaat verhandeln, wer für die Betriebskosten des Tunnels aufkomme, riet Harald Kurzak.

Sabine Fister (SPD) wollte wissen: „Werden die Läden überleben, wenn der Tunnel kommt?“ Eine beruhigte Straße und Parkmöglichkeiten vor den Läden könnten auch Kunden anziehen, sagte Kurzak: „Aber den Lkw-Fahrer, der eine Semmel kauft, wird es nicht mehr geben.“

Doch die SPD blieb skeptisch: „Sie entlasten für mich nicht die Münchner Straße“, sagte Thomas Weingärtner (SPD), „sie legen den Verkehr auf zwei Straßen. Eine oberirdisch, eine unterirdisch. Die Krux ist, dass am Ende im Süden alles zusammenkommt.“ Seine Vision ist: „Wir müssen auf öffentliche Verkehrsmittel setzen und auch auf die Ortsumfahrung.“ Man sollte mit Ismaning sprechen: „Schaut mal, dass die 12 000 Autos nicht bei uns durchfahren.“ Kurzak sagte dazu: „Die Ismaninger werden gerne außen herumfahren, wenn die B471 vierspurig ist.“ Aber zehn bis 20 Jahre müsse Unterföhring darauf wohl noch warten: „Die Frage ist, ob Sie schneller sein wollen. Wenn Sie jetzt für Ihre Leute was tun wollen, geht es nur mit einer Tunnellösung.“

Neue Wohngebiete

Einen weiteren Aspekt gab er zu bedenken: Die Landeshauptstadt München plant im Nordosten Wohngebiete für rund 30 000 Einwohner. „Dieser Verkehr wird die Kreisstraße M 3 zusätzlich belasten.“ Johann Zehtmair (PWU) ist überzeugt: „Die Kapazität der M 3 als unsere Ortsumfahrung wird dann deutlich schwinden.“ Er ist seit langem ein Verfechter der Verkehrsreduzierung im Ort: „Gehen wir diesen Weg weiter“, forderte er: „Wir sind es den Bürgern schuldig. Gar nichts zu tun, wäre die falscheste Entscheidung.“ Dem schloss sich Manfred Axenbeck (CSU) an: „Es ist an der Zeit anzupacken, nicht nur zu reden.“ Der SPD hielt er vor: „Die SPD hat ein Problem mit Tunneln. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, würde die S-Bahn heute in einem tiefen Trog verlaufen.“

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