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Gastgeber Markus Berg und Meike Harms (vorne) mit (v.l.) Henny Gröblehner,Dominik Erhard und Sarah Stemmler.

Das Wort als Droge: Poetry-Slam in Ismaning 

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Ismaning – Wem die Worte nicht so schnell ausgehen, der kann den zweiten Abend schon als Tradition feiern. Nach der Begeisterung bei der Premiere des Ismaninger Poetry Slams „Dichter ran ans Wort“ bei der VHS bekam die Veranstaltungsserie einen festen Platz. Beim zweiten Abend war die Blackbox in der Seidlmühle schon sehr gut gefüllt. Die Besucher der Premiere waren alle wieder gekommen, und gefühlt hatte jeder einen Bekannten mitgebracht.

Organisiert haben den Dichterabend Markus Berg aus Ismaning und die Münchnerin Meike Harms, die immer noch zwei junge Poeten sowie einen Musiker einladen; diesmal Sarah Stemmler und Dominik Erhard sowie die Musikerin Henny Gröblehner alias „Pour Elise“. 

Das Lied vom Tod

Poetry Slam ist immer frech, immer peppig und meistens witzig; bei Markus Berg auch sozialkritisch und nachdenklich. Wenn er „Justins Tod“ erzählt, „weil ihn die Mutter ignorierte und mit Schokolade abservierte“. Den Investmentbanker Berthold beschrieb er als Gehilfen („Er nahm den Leuten das Geld und die sich das Leben“) und kritisierte die Flüchtlingstragödie: „Viele sind dem Krieg entlaufen, und ihr lasst sie dann im Meer ersaufen.“ 

Sarah Stemmlers Sprachgeschäft

Sarah Stemmler erzählte aus ihrem Sprachgeschäft: „Worte können alles sein, auch für manche Drogen.“ Sie verkaufe platte Banderolen an Demonstranten oder Bandwurmsätze an Ignoranten. Selbst Nazis („Die sind froh um ihren Satz“) gehören zu den Kunden im „Ein-Mann-Pharmakonzern“. Meike Harms widmete sich den deutschen Freiheiten mit Wahl- oder Religionsfreiheit im Land, Keimfreiheit in den Schulen und Narrenfreiheit im Bundestag. Sie philosophierte über die Freiheit als „ein Privileg mit Interpretationsspielraum“. Kritisch seien nur andere („Du klagst über zu viel Freiheit? Mein herzliches Beileid!“) und machte den Vorschlag, erst einmal der Freiheit Freiheiten einzuräumen. 

Die nächsten Termine 

Diese Mischung aus Wortwitz und doch tief gehenden Aussagen ist das Kernelement dieser jungen Stilrichtung deutscher Sprachkunst. Die VHS will die Veranstaltungsreihe dauerhaft etablieren. Die nächsten Termine: 7. Oktober und 24. Februar 2017. Über „Dichter ran ans Wort“ will die VHS mehr Jugendliche und junge Erwachsene erreichen

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