Polizei jagt herzlosen Baumfrevler

Ismaning - Dieser Täter hat kein Herz: Ohne Skrupel hat ein Unbekannter vier Ahornbäume angesägt. Er hat die bis zu 100 Jahre alten Gesellen so stark verletzt, dass zwei bereits umgesägt werden mussten. Die Polizei ermittelt.

Ismaning - Die Goldachhofallee in der Verlängerung der Mayerbacherstraße ist einer der idyllischsten Flecke der Gemeinde Ismaning. Nun aber hat die Idylle deutlich Schaden genommen. Denn ein Unbekannter hat vier 80 bis 100 Jahre alte Ahornbäume angesägt. Bürgermeister Michael Sedlmair hat Strafanzeige gestellt. Die Polizei ermittelt in diesem ziemlich beispiellosen Fall.

Am 10. Januar waren Gemeindemitarbeiter auf dem Allee-Feldweg unterwegs, um die größten Winterschlaglöcher auszubessern. Marco Krieger schaute routinemäßig nach den Bäumen und stellte dabei die grobe Tat fest: Vier der Ahornbäume sind eingesägt, gut ein Drittel des Stammumfanges ist eingeschnitten. Die gemeindlichen Gärtner gehen davon aus, dass der unbekannte Baumfrevler mit einer Säge zur Tat geschritten ist. Die Tat wurde vermutlich in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester verübt.

Die tiefen Schnitte werden wahrscheinlich zur Folge haben, dass jeder einzelne Baum abstirbt und dann von der Gemeinde beseitigt werden muss. Bei zwei der Bäume musste die Beseitigung aus Sicherheitsgründen sofort erfolgen. Die anderen beiden Bäume stehen noch und werden fortan regelmäßig kontrolliert.

Die Gartenbauabteilung der Gemeinde Ismaning beziffert den Schaden auf 15 000 Euro und damit ist für Bürgermeister Michael Sedlmair klar: Er wird Strafanzeige gegen Unbekannt stellen. „Dieser Schaden hat eine Dimension, die nicht ohne Folgen bleiben kann“, sagt Sedlmair. Bei einem Ortstermin gestern an der einst so idyllischen Goldachhofallee sagte der zuständige Sachbearbeiter der Polizei Ismaning, Andreas Rußwurm, an einen Fall solch massiver Sachbeschädigung könne er sich nicht erinnern.

Die Untersuchung der Bäume hat bisher ergeben, dass die Tat kein spontaner Vandalismus ist, sondern eine längere Vorgeschichte haben muss. Bürgermeister Sedlmair und sein Stellvertreter, Walter Stenner, sowie Polizist Rußwurm vermuten, es könnten Landwirte gewesen sein, die möglicherweise mit ihren breiten Fahrzeugen nicht durch die Allee fahren können. Den Verdacht nährt die Tatsache, dass die Kronen der vier angesägten Ahornbäume ein Stück weiter in den Weg hineinragen.

Sollte sich ein Landwirt so seinen Weg selbst frei gemacht haben, fände das vor allem Bürgermeister Sedlmair sehr traurig. „Die Gemeinde sucht bei Problemen doch immer den gemeinsamen Weg“, sagt er. Walter Stenner sieht das genauso: „Wenn die Bäume jemanden stören, dann muss man miteinander reden können.“ Doch das wollte offensichtlich der Täter nicht. Und vielleicht hat er gleichgesinnte Freunde.

Die beiden Bürgermeister haben bereits den Jagdvorsteher Max Spitzweg und den Bauernobmann Franz Hartl an den Tatort eingeladen. Sedlmair sagte gestern, dass beide entsetzt und sprachlos über die Tat des unbekannten Baumfrevlers seien. nb

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