Gewalt an der Schule

Bub stößt 14-Jährigen von Treppe: schwer verletzt

Ismaning - Mit Tritten und einem Stoß von der Treppe hat ein 13-Jähriger an der Mittelschule in Ismaning einen Mitschüler schwer verletzt. Der 14-jährige Bub kam mit Verdacht auf Schädelbasisbruch ins Krankenhaus.

Ein Stoß von hinten auf der Treppe, ein Aufprall und schmerzhafte Tritte gegen den Körper - das ist alles, woran sich Miguel R. (14) noch erinnern kann. Der Schock sitzt noch tief bei dem Jugendlichen, kurz nachdem sein 13-jähriger Mitschüler am letzten Tag vor den Weihnachtsferien auf ihn losgegangen war, erzählt Miguels Mutter Michaela. Die Ismaningerin ist sich sicher: „Mein Sohn hätte tot sein können.“

Nach ihren Informationen hat es ein Wortgefecht mit gegenseitigen Beleidigungen zwischen den beiden Buben gegeben. Daraufhin hätte der 13-Jährige, der erst im September von Garching auf die Ismaninger Schule gewechselt war, Miguel in den Schwitzkasten genommen. „Dann hat er ihn wieder losgelassen, und als mein Sohn die Treppe runterging, hat er ihn von hinten gestoßen“, sagt Michaela R. Miguel schlägt mit dem Kopf auf den Treppenstufen auf. Striemen an der Stirn sind deutlich zu erkennen. Am Ende der Stufen bleibt er am Boden liegen. Der 13-jährige Mitschüler läuft ihm nach und tritt den wehrlosen Jugendlichen noch mehrmals gegen den Körper. „Erst als ein Achtklässler dazwischengegangen ist, hat er aufgehört zu treten“, berichtet Miguels Mutter, die sich noch heute gar nicht ausmalen mag, was sonst hätte passieren können.

Sofort nach dem Vorfall wird sie von der Schule benachrichtigt. Der Anblick ihres Sohnes entsetzt die Mutter: „Er stand so unter Schock, hat geweint, gezittert, und sein Gesicht war angeschwollen.“ Mit dem Notarzt kommt der 14-Jährige ins Krankenhaus. „Auf dem Weg dorthin hat er kein Wort gesprochen, war käseweiß und lag reglos auf der Liege“, erinnert sich Michaela R. Über Nacht muss Miguel zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Der Verdacht auf einen Schädelbasisbruch bestätigt sich glücklicherweise nicht.

In der Klinik bekommt Miguel unerwarteten Besuch von seinem Peiniger und dessen Vater. Er will sich entschuldigen, hat Miguel sogar eine Schokolade mitgebracht. Miguel gibt ihm die Hand, doch dann bricht er zusammen. „Es hat ihn geschüttelt und er musste sich vor lauter Angst übergeben“, sagt Miguels Mutter. Die Geste erkennt sie zwar an, doch für Miguel sei diese Konfrontation zu früh gewesen. Daheim müssen nun immer alle Fenster und Türen geschlossen sein: „Erst dann fühlt er sich sicher.“

Wie es zu dieser Eskalation kommen konnte, kann sich Miguels Mutter nicht erklären. Es habe auch nach Aussagen der Lehrer nie Konflikte gegeben zwischen den beiden Jugendlichen. Michaela R. hat mittlweile Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Beamten ermitteln jetzt gegen den 13-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung, wie die Polizei gestern bestätigte.

An der Mittelschule wollen Lehrer und Schulleiter nach den Ferien entscheiden, was mit dem 13-Jährigen passieren soll, ob er einen Verweis bekommt oder gar die Schule wechseln muss. Wenn es nach Michaela R. ginge, hätte sie kein Problem damit, wenn der 13-Jährige weiterhin die Mittelschule besucht. „Aber er soll meinen Sohn in Ruhe lassen und ihm nie wieder etwas antun.“ pk

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