+
Für jeden Raum die passende Lösung: Hochzeitsplanerin Nadja Dotzauer sorgt für ein stilvolles Ambiente.

Das wird alle Brautpaare interessieren

Hochzeitsplanerin aus Ismaning: Das ist anders, wenn man im Umland feiert

  • schließen

Wer in dieser Sommersaison das Eheglück sucht und nicht längst mit den Hochzeitsvorbereitungen begonnen hat, ist viel zu spät dran. Wedding-Planerin Nadja Dotzauer aus Ismaning hat alle Hände voll zu tun.

Landkreis– Die guten Locations sind gebucht, und in den malerischen Barockkirchen des Oberlandes wird es von Mai bis September fast ununterbrochen rote Rosen regnen. Der Trend hin zum Wedding Planing ist unübersehbar, das Fernsehen macht’s mit Hochzeits-Serien vor. Aber lohnt sich die Zusatz-Ausgabe?

Den neuesten Coup rund ums Thema Hochzeit hat Nadja Dotzauer mit folgender Idee gelandet: Zwei Bräute sind auf sie zugetreten und haben gefragt, ob sie Fotografen kenne, die sechs Bräute kostenlos fotografieren würden. Wie das? Ja, sie haben sich über Instagram kennen gelernt, und würden so gerne noch mal in ihr Hochzeitskleid schlüpfen. Das Konzept stand schnell. Es sollte zuerst nur ein lustiges Shooting werden. Dann nahm es größere Ausmaße an. Aber ganz umsonst ist das Blitzlichtgewitter nur für die Bräute selbst, die Entourage muss Ende April in der Alten Gärtnerei in Taufkirchen schon ein bisschen in die Tasche greifen. Trotzdem. Die Idee war ein Volltreffer: 23 Anmeldungen gab es in nur drei Tagen.

Das stärkste Argument gegen einen Wedding Planer? Das Geld, das Geld und noch mal das Geld. Vor allem bei Schwiegermüttern hat Nadja Dotzauer bisweilen viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Wenn die Schwiegermama sagt: „Mensch Nadja, war perfekt.“ Dann kriegt sie vor Freude Gänsehaut. Denn die Brautmütter meinen nicht selten: Das kann man doch alles selber machen. „Fotografieren tut der Onkel Sepp, und den Kuchen backt uns die Tante Erna.“

Aber Erna darf sich jetzt entspannen. Die Angst, dass etwas schiefgeht, wird ihr genommen. Und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. „Bei jeder Hochzeit geht was schief“, sagt Dotzauer. Davon jedoch bekommen weder Brautpaar noch Gäste etwas mit. Vor kurzem zum Beispiel, erinnert sich die Ismaningerin, hat sie eine „Biker trifft Prinzessin Hochzeit“ organisiert. In der Nacht vor der Hochzeit ruft Braut Elis an: „Nadja, Nadja. Die Band hat mich angerufen. Sie spielt morgen nicht live, sondern Playback am Klavier.“ Aber nicht doch: „Lass dir die Füße massieren, lehne dich zurück. Es wird alles gut.“ Sie ruft Bandleader Bernd an. „Wie, ihr spielt Playback?“ Der Klavierspieler war krank. Aber kein Problem. Bernd wollte sich hinsetzen, das Handy anschalten und so tun, tun, als ob er auf den Tasten spielen würde. Die absolute Katastrophe musste verhindert werden. Hat aber geklappt, und Nadja Dotzauer legte dafür 200 Euro aus eigener Tasche drauf. Denn für Pannen will sie selbst gerade stehen.

Über allem steht die Liebe. Aber sie will an diesem Tage inszeniert sein. Mit den Planungen wird ein- bis eineinhalb Jahre im Voraus begonnen. Beispiel Trauung: Wie ziehe ich ein? Habe ich vorweg Blumenmädchen oder nach mir? Oder erst beim Auszug? Steht der Bräutigam vorne? Wer bringt mich hinein?

Teilen Sie diesen Bericht auf Facebook, wenn ihn auch andere lesen sollten:

Wedding-Planerin Nadja Dotzauer weiß, wann was wo kosten darf

Dotzauer ist seit 15 Jahren im Geschäft. Sie ist aus der Fünf-Sterne-Gastronomie und hat beim Sacher in Salzburg gearbeitet. Vor fünf Jahren hat sie sich selbstständig gemacht und weiß, wann was wo kosten darf.

Möglich ist alles. Man kann in ein Schloss gehen und 7500 Euro Raummiete zahlen. „Viele verlangen 7000 Euro Raummiete, ohne nur einen Stuhl drin zu haben“, erzählt Dotzauer. In München residieren viele Brautleute, die finanziell gut gepolstert sind, aber hier leben noch mehr, die mit 2500 bis 3000 Euro netto auskommen müssen.“ Da stellt sich die Frage. Wo führt mich das Budget hin?“

Gerade hat sich eine frisch verheiratete Kundin bei ihr gemeldet. Sie erzählt voller Freude, dass sie schwanger ist mit Zwillingen. Das Paar lernte sich im Oktober 2016 kennen. Zwei Monate später musste unbedingt schon geheiratet werden. Sie wollten es pompös. „Die Hochzeit war dann im März. Es musste unbedingt in einem Schloss sein, und zwar günstig.“

„In München hätte das Bautpaar noch einmal 10.000 Euro draufgelegt“

Haben wir in Bayern nicht, dachte sich Nadja Dotzauer. Aber sie ist Österreicherin. „Und bei uns ticken die Preisuhren anders. Also verfrachtete sie alle zu sich nach Hause nach Kärnten.“ Dort gibt es wunderschöne Schlösser. Zu einem Preis, für den man im Landkreis München ein Ausflugslokal im Grünen mit gehobener Küche bekommt. „Gut, im Endeffekt haben die beiden dann trotzdem 25.000 Euro bezahlt. Aber in München hätten sie noch einmal 10.000 Euro draufgelegt.“

Zwanglos haben Conni Lamprecht und Achim Lamprecht aus Otttobrunn geheiratet: „Kirche, Standesamt, Lokal und Band. Das selbst zu koordinieren nicht so einfach. Sie feierten im Sommer 2015 eine klassische Hochzeit in Ottenhofen (Kreis Erding). Auf den Wedding-Planer verzichteten sie und fingen zwei Jahre vorher gemütlich mit den Planungen an. Sonst hätten sie keine Aussicht gehabt, das Lokal ihrer Wahl zu bekommen. Auf der Liste standen zehn Lokale, die sich sich angeguckt haben. Zumeist Empfehlungen von Freunden oder Verwandten. Am Ende gab es die Kombination aus Qualität und Preis/Leistung für das Essen den Ausschlag. Mit manchem allerdings kann man ganz und gar nicht planen.

„Wenn man einmal im Leben heiratet, dann ist das den Aufwand wert“

Es war der heißeste Tag des Jahres,, der auch den Gastraum nicht verschonte. Er hätte zwar klimatisiert werden können. Allerdings war ausgemacht worden, dass die Hochzeitsgäste durch den großen Eingang rein und raus gehen. Und so war es nicht mehr möglich, das Innere kalt zu halten. Die Hitzefläche war zu groß. Die Feierfreude wurde trotzdem nicht eingetrübt, und die Vermählten würden heute alles so wieder machen mit allen Details wie damals. Vielleicht ein bisschen kleiner. Conni Lamprecht: „Aber wenn man einmal im Leben heiratet, dann ist das den Aufwand wert.“

Weit weg zog es Maximilian Heyland aus Neubiberg und seine Braut Sina, die sich 2017 zuerst im Neubiberger Rathaus das Ja-Wort gaben. Die eigentliche Zeremonie fand in der Pfalz statt, mitten in Bad Dürkheim. Die Braut ist dort aufgewachsen, und das Idyll mitten zwischen Weinbergen und einem Gutshof ließ sich nicht toppen. Der Preis war im Vergleich zum Raum München paradiesisch. Wedding Planing? Das kam für die beiden zu keinem Zeitpunkt in Frage. Die ganze Familie wurde mit eingespannt. Von der Musik bis zur Tischdeko.

Die wichtigsten und interessantesten Geschichten posten wir auch auf der Facebook-Seite „Münchner Merkur Landkreis München“

Lesen Sie hier: Hartz IV-Paar aus München feiert große Hochzeit - und prellt die Zeche.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ehepaar Lindacker feiert Gnadenhochzeit: Die Liebe hält seit 70 Jahren
Sie sind gemeinsam glücklich, voll im digitalisierten 21. Jahrhundert angekommen und wirken locker 20 Jahre jünger als sie sind: Emilie und Oskar Lindacker sind seit 70 …
Ehepaar Lindacker feiert Gnadenhochzeit: Die Liebe hält seit 70 Jahren
Restkarten für Kulturveranstaltungen  gehen künftig an Bedürftige
Restkarten-Kontingente für Kulturveranstaltungen in Taufkirchen werden künftig abgegeben an Menschen, die sich die Veranstaltung nicht leisten können.
Restkarten für Kulturveranstaltungen  gehen künftig an Bedürftige
Für den TSV Ismaning: Gemeinde baut Ballsporthalle nun selbst
Seit Jahren plant der TSV Ismaning an seiner Ballsporthalle, doch einen konkreten Termin gab es nie. Immer wieder warf das Projekt, bei dem der Verein als Bauherr …
Für den TSV Ismaning: Gemeinde baut Ballsporthalle nun selbst
Die Eichhörnchen-Retter
Sie hat hunderte Leben gerettet: Seit elf Jahren kümmert sich Sabine Gallenberger um schutzlose, junge Eichhörnchen. Nach einer Rettungsaktion erhält sie nun tatkräftige …
Die Eichhörnchen-Retter

Kommentare