Baurecht für die Heidler? Die Verwaltung will sich noch einmal mit Grundstückseigentümern absprechen. Foto: Michalek

Heidler fühlen sich in ihren Bauplänen blockiert

Ismaning - Der Ismaninger Gemeinderat ringt weiter um einen neuen Bebauungsplan für den Ortsteil Fischerhäuser. In der Ortsmitte wollen die „Heidler" Baurecht. „Es geht nicht darum, privaten Planern die rote Karte zu zeigen", versicherte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) im Gemeinderat.

Da war das strittige Thema gerade mit 13:10 Stimmen von der Tagesordnung gekippt worden. „Die Gemeinde darf ihre Planungshoheit nicht aus der Hand geben. Es wird Widerstände geben, gerade beim Naturschutz. Es ist die einzige Chance, das anzugehen und alles qualitätsvoll zu planen“, sagte Greulich.

Bei der Bürgerversammlung in Fischerhäuser drei Tage zuvor (wir berichteten) hatte der örtliche Gastronom und Bauwerber Stefan Erber das Vorgehen der Verwaltung - inklusive der Möglichkeit einer Veränderungssperre - heftig kritisiert. Im Gemeinderat machte Greulich noch einmal deutlich, dass das Thema „Ortsmitte Fischerhäuser“ bereits Generationen von Gemeinderäten beschäftigt habe und etwaige Bauanträge mit den Regelungen der Isartalschutzverordnung kollidiert seien: „Das Landratsamt ist hier rigoros.“

Aktuell gäbe es wieder Voranfragen für Neubauten - insgesamt vier, wie Helgard Aldinger vom Bauamt später bestätigte -, deshalb müsse man sich damit befassen. Greulich: „Wir arbeiten mit guten Städtebauern zusammen und handeln selbstverständlich in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern. Es ist die einzige Möglichkeit, wie die Bauwerber westlich der Freisinger Straße überhaupt zum Zuge kommen. Wenn wir da nicht von unserer Planungshoheit Gebrauch machen, wird das nichts.“

Alexander Novakovic (CSU) wunderte sich, dass man die Ortsmitte nicht längst angegangen sei, wo doch die Pläne schon 15 Jahre in der Schublade lägen. Die FWG-Fraktion sprach sich gegen einen neuen Bebauungsplan aus. Man sollte mit dem Bezirk verhandeln und prüfen lassen, ob Stefan Erber dieses Haus bauen dürfe, schlug Rudi Essigkrug vor. „Vielleicht bekommen wir auch ohne Bebauungsplan eine schöne Ortsmitte hin - wir müssen eben mit den Leuten reden.“ Es sei ja fraglich, ob man für eine neue Ortsmitte überhaupt die notwendigen Grundstücke bekomme.

Volker Bäumer (Grüne) war „überrascht, wie schwierig es ist, einen Konsens zu finden.“ Der Bebauungsplan sie doch eine Möglichkeit, die privaten und die öffentlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Ein Vorstoß von Bruno Rimmelspacher (SPD) ebnete der Vertagung des Themas den Weg. Er regte an, Punkt 9 der Tagesordnung - Antrag auf Verlängerung des Vorbescheids vom 22.02.1990 für den Neubau von zwei Wohnhäusern, Heidestraße 3/Freisinger Straße 84 - aus dem Bebauungsplan auszuklammern und das Einvernehmen zu erteilen. „Die Verwaltung sollte sich noch einmal mit den Grundstückseigentümern zusammenzusetzen - ohne gleich das Damoklesschwert Veränderungssperre zu schwingen“, ergänzte Peter Aurnhammer (CSU). guv

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