Ismanings Gräber werden deutlich teurer

Ismaning - Erstmals seit 30 Jahren erhöht Ismaning die Friedhofsgebühren: Ab 1. Februar steigen sie im Schnitt um 27 Prozent.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Gemeinderat dazu wiederholt beraten. Es tauchten immer neue Fragen zur Höhe der Gebühren auf. „Es handelt sich um ein sensibles Thema. Wir müssen das jetzt abarbeiten und das Kostenrecht umsetzen - wie zuletzt bei der Hundesteuer“, wollte Bürgermeister Michael Sedlmair (FW) die Sache endlich vom Tisch haben.

So war er sichtlich erleichtert, dass der Gemeinderat die neue Friedhofsgebührensatzung bei seiner jüngsten Sitzung absegnete. Zwar kam es erneut zu Diskussionen, aber am Ende war man sich grundsätzlich einig. Peter Aurnhammer (CSU) brachte es auf den Punkt: „Die 50-Prozent-Regelung ist ein Kompromiss, mit dem man leben kann.“

50 Prozent - das ist der Anteil, den die Gemeinde weiterhin trägt, um eine allzu heftige Erhöhung zu verhindern und den Bürger nicht über Gebühr zu belasten. „Mir erschließt sich die ganze Kalkulation nicht“, gestand Bruno Rimmelspacher (SPD) und blieb bei seiner Gegenstimme. „Das hat alles System und ist in letzter Konsequenz nicht diskutabel“, befand der geschäftsleitende Beamte Andreas Hobmeier mit Blick auf die Berechnungen des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes.

Beispielsweise beträgt die Grabgebühr pro Grabstätte und Jahr - in Ismaning gibt es eine Ruhefrist von zehn Jahren - für Einfachgräber zukünftig 24,50 Euro (vorher 15 Euro), für Familiengräber 46,50 Euro (statt 25 Euro) und für Urnennischen 55 Euro (statt 30 Euro). Die Kosten für die Nutzung der Leichenhalle im Neuen und im Alten Friedhof sind immens gestiegen: Wird ein Sarg aufgestellt und die Halle sonst nicht benutzt, werden ab 1. Februar 108,50 Euro (statt 25 Euro) fällig, für die komplette Hallennutzung sind 217,50 Euro (statt 50 Euro) zu entrichten.

In Ismaning wurden die Friedhofsgebühren zuletzt 1983 erhöht; 2001 begradigte man die Beträge im Rahmen der Euro-Anpassung. 2010 lag das Defizit der Gemeinde bei 171 335 Euro und der Kostendeckungsgrad bei 26 Prozent, 2011 waren es 27 Prozent. Laut Kommunalabgabengesetz und Gemeindeordnung sind auch beim Bestattungswesens kostendeckende Gebühren anzustreben. Sedlmair warnte: „Wir müssen reagieren, sonst hängt uns das jahrzehntelang nach.“ guv

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