Jagd auf Wilderer im Moos

- Pächter Glasl und Müller setzen 1000 Euro Belohnung aus

Kirchheim - Ein Wilderer treibt sein Unwesen im Revier der Jagdpächter Franz Glasl und Karl-Eberhard Müller aus Kirchheim. In nahezu regelmäßigen Abständen schießt der Täter mindestens ein Reh pro Monat im Finsinger Moos. Um dem Wilderer das Handwerk zu legen, haben Glasl und Müller 1000 Euro Belohung ausgesetzt für sachdienliche Hinweise. Sie haben bereits Verbündete gefunden: Anwohner haben sich bereit erklärt, sich im Revier nachts auf die Lauer zu legen.

Weniger der Verlust der Tiere, sondern die Grausamkeit, mit der der Täter vorgeht, erbost Glasl und Müller. "Vor wenigen Tagen haben wir ein Reh gefunden, das durch einen Schuss in den rechten Vorderlauf nur verletzt wurde. Es flüchtete ins etwa 40 Meter entfernte Gebüsch. Dort verendete es qualvoll. Etwa sechs Stunden muss der Todeskampf gedauert haben. Eine Untersuchung ergab, dass es nicht an der Schussverletzung starb, sondern erfroren ist", berichtet Müller. Er vermutet, dass es nicht das erste Reh sein wird, dass derart grausam ums Leben kam. "Gefunden haben wir es nur, weil wir im frisch gefallenen Schnee die Spuren fanden. Der Täter lauert den Tieren in der Nähe der Futterstelle auf und schießt. Dort fanden wir die Blutspritzer", sagt Glasl.

Zwei Tage später fanden die beiden wieder Blut, diesmal im Futtertrog und im Schnee. Ein Reh fanden sie allerdings nicht. Sie vermuten, dass der Wilderer in diesem Fall besser getroffen hat. "Wahrscheinlich kam er noch einmal, weil sein erster Besuch nicht erfolgreich war", nimmt Glasl an.

Seit etwa fünf Jahren sei der Unbekannte im Revier unterwegs. Dafür gibt es verschiedene Hinweise, gefunden wurden auch schon fachmännisch abgetrennte Köpfe. Das könne eigentlich nur ein Koch oder Metzger, sagt Glasl. Durch Aussagen von Anwohnern oder befreundeten Jägern ergibt sich, dass der Wilderer immer um den zehnten Tag eines Monats in der Abenddämmerung auf Pirsch geht. Seltener ist der Täter am Monatsende unterwegs, dann aber in der Morgendämmerung.

"Das lässt darauf schließen, dass der Wildschütz Schichtarbeiter ist. Allerdings können wir das nur vermuten, einen Beweis haben wir nicht", sagt Glasl. Wie raffiniert der Mann vorgeht, zeigt auch die Tatsache, dass er über seine Schuhe oder Stiefel Strümpfe zieht. "Damit ist das Profil der Sohlen im Schnee nicht zu erkennen", sagt Müller.

Nachdem die beiden Jagdpächter für Hinweise, die zur Ergreifung des Wilderers führen, eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt haben, meldeten sich schon Anwohner, die in der unmittelbaren Nachbarschaft des Reviers zwischen der Eicherloher und Ismaninger Straße bei der Ortschaft Eicherloh wohnen. Sie haben schon mehrfach Schüsse gehört oder sahen geparkte Autos, dachten aber immer, es handele sich um Jäger. Sie wollen nun die Autonummern aufschreiben, wenn wieder Schüsse fallen. Siggi Niedergesäss

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