+
Das 30-jährige Bestehen des Ortsverbands Höhenkirchen-Siegertsbrunn feiern die Grünen um ihre Sprecher Erik Lembke (3.v.l.) hinter der Leonhardikirche mit Grillgut und Stockbrot.

30 Jahre Ortsverband

Grüne wünschen sich aktivere Jugend

Der Ortsverband der Grünen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn zieht nach 30 Jahren eine Zwischenbilanz.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - In den 80er- Jahren schlossen sich zum ersten Mal in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Grüne zusammen, um für den Gemeinderat zu kandidieren. Sie wollten sich für neue, ökologische Themen in der Lokalpolitik engagieren. Veränderung und Wandel wollten die Grünen damals schaffen. 30 Jahre später feiert der Ortsverband sein Gründungsjubiläum und muss feststellen: An den politischen Zielen hat sich in den drei Jahrzehnten kaum was geändert.

Als sich vor 30 Jahren die Grünen für den Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn aufgestellt haben, waren sie noch eine lose Gruppierung. „Das war damals noch alles legerer: Man hat sich gefunden und hat kandidiert“, sagt Erik Lembke, Sprecher der grünen Ortsgruppe. Erst zehn Jahre später, 1995, haben sich die Lokalpolitiker zum Ortsverband zusammengeschlossen. Als einziges Gründungsmitglied ist nur noch Ulrike Michl im Ortsverband aktiv. Die Bio-Bäuerin war eine der ersten Gemeinderätinnen von den Grünen „Sie ist unsere Konstante seit all den Jahren“, sagt Lembke.

Auch die politischen Forderungen und Ziele der Grünen-Mitglieder sind seit der Gründung konstant. „Inhaltlich hat sich leider sehr wenig verändert“, sagt Lembke. Die anderen Parteien und bisherigen Bürgermeister hätten viele Ideen der Grünen bis heute nicht umgesetzt. Deswegen ähneln sich seit drei Jahrzehnten die Vorschläge der Grünen im Lokalwahlkampf sehr. „Genau wie vor 30 Jahren hat die Gemeinde noch immer kein richtiges Gewerbegebiet für kleine und mittelständische Betriebe“, sagt Lembke. Auch ein Radwegnetz fordert seine Ortsgruppe seit Jahren. Das größte akute Problem der Gemeinde sei derzeit der Wohnungsmarkt. Einheimische könnten es sich teilweise nicht mehr leisten, in Höhenkirchen zu wohnen. „Die Situation ist heute viel schlimmer als vor Jahren“, sagt Lembke und wiederholt die Forderung seiner Partei nach mehr sozialem Wohnungsbau.

Immerhin in einem Punkt hat sich einiges gewandelt: Das Verhältnis der Bürger zu Flüchtlingen. „Höhenkirchen-Siegertsbrunn geht wirklich vorbildlich mit Flüchtlingen um“, sagt Lembke. Auch Bürgermeisterin Ursula Mayer von der CSU zeige großes persönliches Engagement. Ohnehin haben sich Grüne und CSU – wie in ganz Deutschland – auch in Höhenkirchen immer weiter angenähert. Für Lembke befinden sich beide Parteien „auf dem Wege der Besserung“. Auch wenn es noch immer große Meinungsunterschiede in der Lokalpolitik gibt, sehen sich beide nicht mehr wie Erzfeinde, wie noch in den 80er-Jahren. Lembke betont: „Wir reden immerhin schon miteinander.“

So kam es auch, dass die Bürgermeisterin und einzelne CSU-Gemeinderäte gemeinsam mit den Grünen deren 30-jähriges Bestehen feierten. Am Grillplatz hinter der Leonhardikirche haben die Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes Feuer gemacht, gegrillt und über den Flammen Stockbrot gebacken. Die Feierstimmung wird ein klein bisschen von Nachwuchs-Schwierigkeiten getrübt: „Wir brauchen eine neue, aktive grüne Jugend“, sagt Lembke. Es fehle vor allem an Nachwuchspolitikern Anfang 20. Die bisherigen aktiven Jungpolitiker seien wegen ihrem Studium weggezogen.

Florian Reil

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Irre Verfolgungsjagd durch Deutschland endet in Garching: „Ich hatte noch Restdrogen intus“
421 Kilometer Flucht quer durch Deutschland: Für eine filmreife Verfolgungsjagd, die nahe Garching (Kreis München) endete, müssen sich zwei junge Männer vor dem …
Irre Verfolgungsjagd durch Deutschland endet in Garching: „Ich hatte noch Restdrogen intus“
Grüne Schäftlarn haben die Herrschaft der CSU im Visier
Marcel Tonnar wird bei der Kommunalwahl 2020 als parteiloser Bürgermeisterkandidat für die Grünen in Schäftlarn antreten.
Grüne Schäftlarn haben die Herrschaft der CSU im Visier
Millionen-Schaden in nagelneuer Musikschule: In 18 Räumen müssen die Böden raus
Die VHS und die Musikschule sind gerade erst eröffnet, da müssen etliche Böden wieder raus. Ein Folge des Wasserschadens. Auch die Ursache für den Schaden steht …
Millionen-Schaden in nagelneuer Musikschule: In 18 Räumen müssen die Böden raus
Kinderhaus St. Albertus Magnus - Schönheitsoperationen reichen nicht mehr
Das Kinderhaus St. Albertus Magnus gibt es schon seit 1971 in Ottobrunn. Langsam aber sicher platzt es aus allen Nähten. 
Kinderhaus St. Albertus Magnus - Schönheitsoperationen reichen nicht mehr

Kommentare