Mit Geburtstagskuchen: (v.l.) Hubert Aiwanger, Ralf Smolak, Andreas Janson, Franz Golibrzuch, Dorothea Probst, Otto Bußjäger, Alexander Zimmermann, Michael Schön und Thomas Zimmermann. Foto: bew

50 Jahre UWV: gegen die Arroganz der Mächtigen

Feldkirchen - Heute würde man sie wohl „Wutbürger" nennen, die Gründer der Feldkirchner Unabhängige Wähler Vereinigung (UWV). Im Jahr 1965 hatten sie allen Grund, sich aufzuregen. Genauer: Zwei Gründe.

Erstens brauchte die Feuerwehr ein neues Auto. Mitglieder des Vereins und einige Gemeinderäte waren an Urlaubstagen zu Herstellern gefahren, um die richtige Ausstattung zu finden. Ihr mühsam erarbeiteter Vorschlag wurde im Gemeinderat aber abgelehnt. Zudem wurden sie kritisiert: Ein eigener Vorschlag vor das Gremium zu bringen sei „undemokratisch“. Der zweite Grund: Ein neues Wasserwerk wurde gebaut. Statt 800 000 Mark kostete es 1,4 Millionen. Als es Beschwerden gab, sagte ein Gemeinderatsmitglied: „Wem es in Feldkirchen nicht passt, soll in die Südsee auswandern.“ Da reichte es einigen.

Am 26. Oktober 1965 trafen sie sich, um die UWV zu gründen. Zusammen mit CSU und SPD stellten sie einen Bürgermeisterkandidaten auf, gegen die Freien Wähler. Ihre Ziele: Keine Angriffe auf andere Parteien, nur im Interesse der Bürger handeln und offene Diskussionen am runden Tisch - bis heute bei der UWV Tradition. Bei der Wahl 1966 erlangte die UWV auf Anhieb drei Sitze im Gemeinderat, die CSU fünf, SPD und Freie Wähler Gemeinschaft jeweils drei. Seit 1978 stellt die UWV bis auf ein Jahr den Zweiten Bürgermeister, und bei der Wahl 2014 wurde die UWV zum zweiten Mal zweitstärkste Fraktion.

„Wir können was erreichen“, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Janson bei der Jubiläumsfeier, betonte jedoch auch: „Die UWV hat das Ziel, sich hauptsächlich um Probleme in Feldkirchen zu kümmern.“ Im Gegensatz dazu stand bei der Jubiläumsfeier aber die große Präsenz der Freien Wähler: Der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger, der Landtagsabgordnete Nikolaus Kraus und sogar der Bundesvorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger waren zum Gratulieren gekommen. Sie alle hoben hervor, wie wichtig der Kontakt zwischen Ortsverbänden und Landes- und Bundespolitik sei. „Wir wollen pragmatische Lösungen vor Ort“, sagte Aiwanger. Wichtig: Die UWV ist kein Ortsverband der Freien Wähler. Doch beide arbeiten auch zusammen, zum Beispiel beim Kampf gegen die Abholzungen durch den ALB-Befall. bew

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