Drei Große Baustellen auf der A 99

Jeder Blechschaden führt zu Verkehrskollaps

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Wer derzeit auf der A 99 unterwegs ist, sollte eine ordentliche Portion Geduld mitbringen. Staus gehören zur Tagesordnung. Schon kleinere Unfälle, wie heute Morgen bei Aschheim, sorgen für ein Verkehrschaos. Besserung ist in den kommenden drei Jahren nicht in Sicht.

Landkreis – Es ist ein Bild, an das sich Autofahrer auf der Ostumfahrung A 99 gewöhnen müssen: Auto reiht sich an Auto, Stoßstange an Stoßstange. Genervte Pendler hier, ungeduldige Trucker dort. Kilometerlanger Stau in beide Fahrtrichtungen. Morgens wie abends. Nichts geht mehr. Und wenn, dann im Schneckentempo. Auch auf den Ausweichstrecken. Das Einzige, was man für eine gefühlte Ewigkeit zu sehen bekommt, ist das Rot der Bremslichter. 

Was früher der Ausnahmezustand zu Urlaubszeiten war, ist inzwischen Normalität. Die A 99 mutiert zunehmend zur Staufalle. Insbesondere zu den Stoßzeiten geht es im Bereich der drei Großbaustellen am Nordkreuz, am Ostkreuz und an der Brücke der B 471 über die Autobahn nur zäh voran. Verengte Fahrbahnen, Tempolimits und eine ungewohnte Verkehrsführung provozieren zudem Unfälle. Und hat es erst einmal gekracht, droht der Verkehrskollaps. So wie gestern früh bei Aschheim. 

Kurz nach der Anschlussstelle Kirchheim wollte ein 38-Jähriger gegen 7.45 Uhr mit seinem Mazda von der mittleren auf die rechte Spur wechseln. Dabei scherte er allerdings zu nah vor einem Sattelzug ein, und der Lkw erfasste das Auto. Zwar wurde der Autofahrer nicht verletzt, sein Mazda war jedoch schrottreif und musste abgeschleppt werden. Die Konsequenz: eine gesperrte Fahrspur und 15 Kilometer Rückstau in Richtung Nürnberg. 

Schon im Normalzustand, sprich ohne Unfälle, sei die A 99 derzeit verkehrstechnisch am Limit, sagt Rupert Huber, Polizeihauptkommissar von der Autobahnpolizei in Hohenbrunn. Er und seine Kollegen sind unter anderem zuständig für den etwa 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Haar und dem Kreuz München-Nord, auf dem derzeit gebaut wird – Verkehrsbehinderungen inklusive. Der Abschnitt zwischen dem Nordkreuz und der Isarbrücke wird achtspurig ausgebaut, am Autobahnkreuz München-Ost wird die Brücke der A 94 über die A 99 abgerissen und neugebaut, genauso wie die Brücke der B 471 zwischen Ismaning und Aschheim. „Diese außergewöhnlichen Baustellen führen vermehrt zu Unfällen“, sagt Huber. „Und wenn es dann kracht, zieht das eben sofort einen Stau nach sich.“ 

Besserung ist nicht in Sicht. Der Ausbau der A 99 streckt sich über die kommenden drei Jahre. „Da wird sich die Verkehrssituation nicht gravierend ändern“, prophezeit Huber. Er appelliert an die Geduld der staugeplagten Autofahrer. Sein Tipp: „Besonnen bleiben und möglichst nicht aus der Haut fahren.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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