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Merkur-Redakteur Martin Becker testet den Windtunnel in der Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen.

Hauptattraktionen im Taufkirchen

Jochen Schweizer Arena im Test: So sind Windtunnel und Indoor-Surfen

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Taufkirchen - Es sind die Top-Attraktionen in der Jochen Schweizer Arena: Der Münchner Merkur hat schon vor der Eröffnung den Windtunnel und das Indoor-Surfen getestet.

Update vom 3. März 2017: Am Samstag öffnet die Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen bei München. Welche Pläne hat der Unternehmer und TV-Star ("Die Höhle der Löwen") mit seinem Großprojekt? Im Interview spricht Jochen Schweizer über seine Arena.

Fliegen im Windtunnel, Surfen auf einer bis zu 1,40 Meter hohen Welle, ab dem Sommer zusätzlich Klettern im Hochseilgarten: Nach fünf Jahren Bau- und Planungsphase eröffnet am Samstag, 4. März, die Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen (Kreis München). Wir durften die beiden Hauptattraktionen vorab testen.

Jochen Schweizer Arena: Fliegen im Windtunnel im Text

Aller Anfang ist schwer. Vor allem, wenn man – bis auf ein paar Trainingsstürze beim Klettern – keine Ahnung hat von der „einzigartigen Freifallerfahrung wie bei einem Fallschirmsprung“, wie Unternehmenschef Jochen Schweizer (59) das beschreibt, worum es geht: wie ein Vogel die Bodenhaftung zu verlieren.

Roland (21), der in der Jochen Schweizer Arena als sogenannter Instruktor die Einweisung vornimmt und mich später im Windkanal feinjustiert, mustert kurz die Statur und reicht dann in der passenden Größe einen Fluganzug – im Prinzip ein robuster Overall. Dazu gibt’s einen Helm, einen Plastiküberzug für Brillenträger sowie, ganz wichtig, grüne Ohrenstöpsel. „Denn nachher“, sagt Roland, „wird’s richtig laut.“

Der vertikale Flugtunnel misst vom Boden bis zur Decke 30 Meter, etwa in der Mitte unterteilt durch ein stabiles Geflecht, durch das der stufenlos einstellbare Wind-Rotor von unten wirbelfrei einen mächtigen Luftstrom einbläst. Experten können hier Luftgeschwindigkeiten von bis zu 285 km/h simulieren und bis zu 17 Meter hoch aufsteigen; bis auf 5,90 Meter Höhe ist der Windtunnel fotogerecht verglast. Höher kommen wir als Neulinge sowieso nicht. So weit die Theorie.

Für die Praxis empfiehlt der Fluginstruktor, sich „krumm zu machen wie eine Banane“. Wir üben das kurz auf dem Boden: Hohlkreuz, Arme und Beine strecken, nach oben ziehen, mit den Augen nach oben schauen. Fast schon eine Übung fürs Fitness-Studio. Und, weil’s ja gleich enorm laut wird: „Merk dir vier Handzeichen, damit wir uns verständigen können.“ Ich nicke, präge mir ein, was es bedeuten wird, wenn die Arme mehr gestreckt, die Beine ein bisschen gebeugt oder der Kopf mehr in den Nacken gezogen werden sollen.

Nun wird es ernst, die Rotoren heulen auf. Luftstrom an. Der Einstieg ist ein bisschen wie im Kinofilm „Ender’s Game“: Man lässt sich durch das Tor ins Innere des Tunnels fallen – und geht sofort buchstäblich in die Luft. Die Füße dotzen mehrfach gegen die Plexiglasscheibe, sind nicht optimal positioniert. Rückwärtsflug. Roland signalisiert mit den verabredeten Handzeichen, was ich ändern muss, richtet mich aus. Als die Haltung endlich flugtauglich passt, dreht der zweite Experte draußen den Regler hoch, der Luftstrom wird plötzlich stärker – und blitzschnell geht’s nach oben, bis in sechs Meter Höhe am Ende des Plexiglasfensters.

Ein unbeschreibliches Gefühl, dann ist der Flugspaß auch schon wieder vorbei, 90 Sekunden dauert eine Einheit. Kurze Pause, noch mal eineinhalb Minuten Vogelgefühl, dann heißt es: Arme und Beine durchschütteln, Helm ab, Ohrenstöpsel raus. Sogar Kinder ab vier Jahren dürfen in den Flugtunnel. Ein Kinderspiel also, das Fliegen? Nein, keineswegs – um das richtige Gefühl fürs freie Schweben zu entwickeln, brauchen Anfänger vermutlich mehr als einen Windkanalbesuch.

Jochen Schweizer Arena: Citywave im Test

Ein paar Tage später kommt statt des unsichtbaren das feuchte Element dran: Es geht ins Wasser, auf die sogenannte Citywave. Nachempfunden ist die Welle der am weltberühmten Surfer-Spot am Eisbach in München; in der Taufkirchner Erlebniswelt entsteht die Surfwelle durch den „Hydraulic- Jump-Effect“: Schnell fließendes trifft auf stehendes Wasser. Als wir zum Selbstversuch nach Taufkirchen kommen, weist Mareen Scholz, Vize-Europameisterin im Surfen und Managerin der „Citywave“, auf ein klitzekleines Manko hin: Die Wassertemperatur beträgt nur 16 Grad Celsius statt der (fürs Publikum üblichen) 26 Grad. Na dann...

Merkur-Redakteur Martin Becker testet den das Indoor-Surfen in der Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen.

Ein Neoprenanzug schützt einigermaßen vor dem kühlen Wasser, die Surflehrer Patrick (26) und Max (28) bauen für die ersten Versuche eine Metallstange ein. Das Wasser sprudelt, ich sitze am Beckenrand, Max hält das Surfbrett fest. Rechter Fuß im 90-Grad- Winkel hinten drauf, linker Fuß leicht schräg vorn. „In die Knie gehen“, ruft Max, „und locker bleiben.“ Langsam führt er meine linke Hand an die Metallstange. Ah, ein fixer Halt, prima! Doch nur kurz, um ein Gespür für die Welle zu bekommen. Dann gilt es: loslassen! Eine halbe Sekunde dauert’s, dann fliege ich ins 16 Grad frische Wasser.

Das Board, mit einer Meshleine am Fußgelenk befestigt, landet neben mir im Becken. Egal, nächster Versuch. Max hat Geduld – und Erfahrung. Übung für Übung arbeiten wir uns voran. Der permanente Balanceakt gelingt immer besser, die Stange wird entfernt, Max hält zum Stabilisieren kurz die Hand, lässt sie vorsichtig los. Und siehe da, beim achten oder neunten Versuch gewinnt nicht gleich die Welle, ich halte mich ungefähr 17 Sekunden auf dem Surfboard, fahre sogar in der Mitte hin und her.

Na also, geht doch! Im nächsten Moment genügt eine winzige Unaufmerksamkeit, dann ist es vorbei mir der Balance. Der nächste Bauchplatscher. 20 Minuten dauert das Surfvergnügen, zum Abschluss gelingt sogar das (aus Anfängersicht) Kunststück, von der einen Seite des Beckens zur anderen zu surfen. Ein kleines Erfolgserlebnis, die Fortschritte in so kurzer Zeit sind enorm – der Surfbrettdebütant und die beiden Coaches strahlen unisono.

Jochen Schweizer Arena: Eröffnung am Samstag 4. März

Jochen Schweizer in seiner Arena in Taufkirchen bei München.

Am Samstag, 4. März, öffnet die Jochen Schweizer Arena erstmals ihre Tore für die Öffentlichkeit. Auf dem insgesamt 15.000 Quadratmeter großen Areal direkt an der Autobahn 8 (Ausfahrt Taufkirchen-Ost; visa- vis vom Ikea) warten zunächst der Windkanal (ab 49,90 Euro im Eröffnungsangebot) und die Citywave (ab 34,90 Euro) auf die Erlebnishungrigen, die zudem gastronomisch verköstigt werden. Interessierte Zuschauer haben freien Eintritt. Ab Sommer kommt im Außenbereich ein Hochseilgarten mit Flying-Fox-Seilrutsche hinzu. Alle Infos auf der Website von Jochen Schweizer.

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