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Jugend forscht 

Wissen ist Mut

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Taufkirchen – Rund 120 Kinder und Jugendliche präsentieren beim Jugend-forscht-Wettbewerb ihre Experimente und Erfindungen. Dabei zeigt sich: Auch aus absurden Ideen kann viel entstehen.

Wissenschaftler, die systematisch Vulkane erforschen, nennt man Vulkanologen. Nina Krüger und Athanasia Leontarakis sind mehr als das. Man könnte sagen: Sie sind Super-Vulkanologen. Schließlich beschäftigen sich die beiden 16-jährigen Schülerinnen des Münchner Max-Planck-Gymnasiums mit Supervulkanen, also den etwas größeren Exemplaren wie dem Yellowstone-Vulkan in den USA. Für ihre Teilnahme am diesjährigen Jugend- forscht-Wettbewerb haben die beiden einen Supervulkanausbruch simuliert.

Nina und Athanasia zeigen an ihrem Stand mehrere Petrischalen mit Gesteins- und Erdmassen aus der ganzen Welt, etwa aus Italien und Indonesien. Sie haben mit Säure versetztes Wasser darüber regnen lassen. Das Ergebnis ist – wie so oft in der Wissenschaft – nicht eindeutig: Nina sagt, es heiße ja allgemein, dass der Boden rund um einen Vulkan fruchtbar sei. Athanasia fügt hinzu: „Aber das gilt nur nicht für alle Böden.“ Auf das Verhältnis von Vulkan-Asche zu Erde komme es an.

Rund 120 Kinder und Jugendliche präsentieren im Rahmen des Jugend-forscht-Wettbewerbs für die Region Oberbayern-Ost am Donnerstagnachmittag auf dem Airbus-Gelände in Taufkirchen (Landkreis München) ihre Experimente und Erfindungen. Wer an den mehr als 70 Ständen vorbeiläuft, merkt schnell: Wie die Vulkanologen Nina und Athanasia schwimmen hier die meisten an gegen den wissenschaftlichen Mainstream. Alexander Lepa von Airbus sagt: „Wir können in der Wissenschaft viele Dinge lernen von Kindern, aber vor allem eines, nämlich: Mut.“

Da ist etwa Sonja Drick, 12, aus Altötting, die beweisen will, dass die hakeligen Blüten der Klette genauso gut halten wie ein schlechter industriell hergestellter Klettverschluss. Oder da ist Lukas Kömm mit seiner Erfindung, dem sogenannten „Wasserrohr“. Damit kann der 18-jährige Schüler des Markt Schwabener Gymnasiums Wasser in der Wüste nur durch Luftströmung entstehen lassen. Er hofft, dass ihn eventuell eine Hilfsorganisation dabei unterstützt, seine Erfindung in Afrika zu errichten.

Und da ist Gabriel Duft. Steht man vor dem Stand des Miesbacher Gymnasiastens, fällt einem ein Zitat von Albert Einstein ein: „Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es keine Hoffnung für sie.“ Gabriel Duft ist zehn Jahre alt. Als er sein Experiment vorstellt, trägt er einen viel zu großen weißen Kittel und eine Schweißerbrille. Hinter ihm stehen Zitronensaft, Essig und Glasröhrchen mit lila Flüssigkeit darin. Gabriel Duft hat die Anwendungsmöglichkeiten von Blaukraut- und Rote Bete-Saft untersucht. Zum Beispiel hat er den Säure-Indikator der Säfte festgestellt. Oder aber: „Rote Bete eignet sich als Färbungsmittel. Das war Zufall, das sich ich das herausgefunden habe“, sagt Gabriel Duft und grinst so, dass seine Zahnlücken sichtbar werden. Der Schüler der fünften Klasse hat bisher weder Physik noch Chemie als Unterrichtsfach. Doch: „Ich haben viel Spaß am Experimentieren“, sagt er.

Daneben ist der Stand von Nina Krüger und Anthanasia Leontarakis. Beide tragen dasselbe blaue T-Shirt. Darauf steht: „Neues kommt von Neugier.“ Die Jury hat sie in ihrem Themengebiet zum Sieger gekürt. Sie dürfen nun wie die anderen Sieger beim Landeswettbewerb von Jugend forscht teilnehmen. Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern, sagt bei der Siegerehrung in Richtung der jungen Wissenschaftler: „Ihr habt einen Lebensvorsprung.“

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