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Erinnerung an den Altlandrat: Der 2015 gestorbene Heiner Janik (Bild) bleibt im Gedächtnis als ein Verfechter der deutsch-polnischen Freundschaft. Landrat Christoph Göbel, der polnische Botschafter Andrzej Osiak, Janiks Ehefrau Gisela und sein Sohn Patrick (v.l.) würdigen sein Engagement bei einem Festakt.

Am Tower in Oberschleißheim

Jugendbegegnungsstätte wird nach Heiner Janik benannt

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Oberschleißheim - Die Jugendbegegnungsstätte (JBS) am Tower in Oberschleißheim heißt fortan „Heiner Janik-Haus“. Der CSU-Altlandrat des Landkreises München war im Juli vergangenen Jahres gestorben und hatte im Jahr 2008 nicht nur den Spatenstich gesetzt für den Neubau der Einrichtung an der Ferdinand-Schulz-Allee.

 Sie sollte ein Zeichen sein für eine lebendige deutsch-polnischen Freundschaft – nicht zuletzt getragen von der Freundschaft zu den beiden polnischen Partnerlandkreisen Krakau und Wieliczka, deren Landräte und Kreistagspräsidenten ebenfalls an dem Festakt teilnahmen. Dieser Traum, den deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag von 1991 mit Leben zu erfüllen, und was Janik daraus gemacht hat, charakterisiert Janik recht zutreffend: Durch das, was Landrat Christoph Göbel (CSU) beim Festakt zur Namensgebung einen „gelungenen Coup“ nannte, brachte Janik die Interessen der drei maßgeblich an der Entstehung der JBS beteiligten Gruppen in Einklang: Die finanziell kränkelnde Ost-Westpreußenstiftung gesundete am Kauf des JBS-Grundstücks durch den Kreis. Die Gemeinde Oberschleißheim erwarb vom Kreis im Gegenzug Land für ein Sportlerheim. Der Landkreis und sein Kreisjugendring (KJR) waren froh um die Gelegenheit, die JBS zu bauen. Als studierter Diplom-Volkswirt und Rechtswissenschaftler war Janik niemals nur Verwaltungsmensch. Göbel wurde ihm am ehesten gerecht, als er auf dessen Foto deutete und den Festgästen erklärte, weshalb er ausgerechnet dieses Bild unter unzähligen gewählt hatte: „Das Foto zeigt Heiner Janik in seiner ganzen Verschmitztheit.“ Eine ganze Reihe von Menschen zeichnen dafür verantwortlich, dass der Traum gelebter Freundschaft in der JBS Gestalt annahm. Janiks Nachfolgerin, Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD), die mit ganzem Herzen hinter der Idee stand, oder auch Oberschleißheims damalige Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler (SPD), die ebenso konsequent für die Einrichtung focht. Auf Heiner Janik aber fiel letztlich die Wahl bei der Neubenennung des Hauses, weil er als Visionär auch Taktgeber gewesen ist. „Die Entstehung der JBS ist untrennbar mit der Initiative, dem Weitblick, dem Engagement, dem Verhandlungsgeschick und der zielgerichteten Überzeugungskraft von Altlandrat Heiner Janik verbunden“, sagte Göbel im JBS-Foyer am Fuß der „Treppe der Freundschaft“. Einen Visionär erkennt auch Jan Museler, der Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Land. Die Themen „Bildung“ und „Begegnung“ seien für Janik bedeutsam gewesen. Seit der Eröffnung am 17. September 2010 begegnen sich in der Einrichtung junge Menschen aus Deutschland und Polen – „und aus der ganzen Welt“. Als „Plattform regelmäßigen Austausches“ habe das Haus „zum Verständnis zwischen unseren Völkern beigetragen“, sagte der polnische Generalkonsul, Andrzej Osiak. Die Benennung der Begegnungsstätte nach ihrem Initiator empfindet er nicht nur als würdig, sondern sieht sie auch als wegweisend und sinnstiftend für die Zukunft des Hauses. Gerührt hatten Janiks Ehefrau Gisela und Sohn Patrick die Veranstaltung verfolgt. Welche Bedeutung Janik der Verwirklichung seines Traumes beigemessen hat, wissen sie genau. „Dieses Haus und die Idee, die dahinter steht, war Vater ein aufrichtiges Anliegen“, sagte Sohn Patrick. Er erinnert sich an Momente in seiner Kindheit, als sein Vater ihm erzählte, wie er als Zehnjähriger im Radio den Ereignissen des Ungarn-Aufstands 1956 lauschte. Dies mag der Augenblick gewesen sein, in dem Heiner Janik ein Gefühl für Freiheit entwickelt hat. Dafür, dass man für Freiheit etwas tun muss.

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