Jugendmuseum: Stadt setzt Kreuzer ab

- Unterschleißheim - Peter Kreuzer, Leiter des "Museum für Jugendkultur" in Unterschleißheim, muss seinen Hut nehmen. Die Stadt hat ihm die Zusammenarbeit aufgekündigt und setzt einen Schlussstrich unter die Diskussionen um Aufgaben und Kompetenzen des Münchner Professors, der das Museum vor zwei Jahren eingerichtet und seither geleitet hatte (wir berichteten). Mit dem Weggang Kreuzers stellt sich nun auch die Frage nach der Zukunft des Museums. Denn die meisten Exponate gehören dem Professor.<BR>

<P>Was die Stadt und ihre Vertreter einst als "weltweit einzigartiges Museum der Jugendkultur" gefeiert hatten, stand bald unter keinem guten Stern: Zu wenig Besucher kamen - rund 500 im Jahr 2004. Die vier Ausstellungsbereiche - Jugendkunst, Jugendmedien, Jugendsport und Jugendsprache - fanden wenig Anklang. Dabei hatte die Stadt vor der Eröffnung rund 27 000 Euro investiert, um die Räume im alten Rathaus umzubauen und einzurichten. Der laufende Betrieb Zu wenig Besucher, zu wenig Werbung kostet in diesem Jahr rund 49 000 Euro, zusammen mit dem wesentlich besser besuchten Heimatmuseum. Ausgaben, die sich nicht rentiert haben. Nach Ansicht der Stadt auch ein Versäumnis des Professors. Der habe schlechte Öffentlichkeitsarbeit gemacht, hieß es. Unklare Kompetenzverteilung tat ihr Übriges. Zwischen Stadt und Museums-Leiter habe es keinerlei vertragliche Bindung gegeben. Über zwei Jahre hinweg habe daher eine gemeinsame Basis zwischen Kreuzer und der Stadt gefehlt, sagt Christoph Böck. Der SPD-Stadtrat sitzt selbst im Aufsichtsrat des "Forum Unterschleißheim", dem das Museum untersteht. Seine Kritik richtet er gegen Bürgermeister Rolf Zeitler und dessen CSU-Fraktion. Sie hätten "keine Vereinbarungen über Rechte und Aufgaben des Leiters" getroffen und "alle kritischen Stimmen zur Seite geschoben". Wie so oft habe "man" sich draufgestürzt, ohne zu überlegen. "Das war ein gravierender Handwerksfehler", sagt Böck. Doch auch seine Fraktion, die selbst für das Museum gestimmt hatte, war nach außen nicht aktiv geworden. Bürgermeister Zeitler war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.<P>Offen ist nun, wie es mit dem Jugendmuseum weitergeht. Christoph Böck sieht das Museum mit dem Rauswurf Kreuzers als "beendet". Ein Großteil der Exponate stamme vom Professor und die werde er wohl jetzt wieder mitnehmen.<P>Unterschleißheim solle sich die Zukunft des Museums noch einmal überlegen, findet Stadtrat Alfons Wommelsdorf (SPD). "Die Idee eines Jugendmuseums ist sicherlich ganz gut", sagt er, schränkt aber ein: "Vieles ist eine gute Idee, aber wenn man konzeptlos ist, können auch gute Ideen nicht funktionieren." Nun müsse "interfraktionell" über die Zukunft des Museums nachgedacht werden. Mit einem "besseren Konzept" könne es weitergehen. Dass im alten Unterschleißheimer Rathaus Kunst in jeder Form ausgestellt wird, das findet Böck gut, "jedoch nicht mit einem Dauermuseum".<P>Marcus Schuster<P>

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