Juristische Niederlage für suspendierten Pfarrer

- München/Arget (an) - Der ehemalige Pfarrer von Arget, Willibald Glas (76), ist mit seiner Klage gegen den Münchner Kardinal Friedrich Wetter abgeblitzt. Das Verwaltungsgericht München wies die Klage, in der Glas dem Kardinal eine Verletzung der Menschenrechte vorgeworfen hatte (wir berichteten), zurück. Glas, der 1992 als Pfarrer suspendiert worden war, muss die Kosten des Verfahrens tragen.<BR>

Die schriftliche Begründung des Urteils liegt noch nicht vor, doch kann davon ausgegangen werden, dass sich das Gericht auf mangelnde Zuständigkeit berufen wird. Der Richter hatte dies bereits mehrfach in der Verhandlung angedeutet.<P>Der als Autor der Bücher "Der Pfarrer von Arget" und "Die Hochzeit des Pfarrers von Arget" bekannt gewordene Glas, der in drei Tagen sein 50. Pfarrerjubiläum als nach wie vor Exkommunizierter feiern muss, wirft der katholischen Kirche und damit Kardinal Wetter vor, ihre Priester in deren Nöten im Stich zu lassen und ein autoritäres Regime zu führen: "Wer seine Meinung sagt, wird exkommuniziert." Die Kirche hingegen betrachtet Glas als eher wirren Kritiker. Gesprächsangebote habe der Suspendierte stets verweigert, dabei zur Begründung ein auf "ecclesiogenes psychovegetavies Syndrom" lautendes Attest vorgelegt. Mehrere Gesprächsangebote, die zu einer persönlichen Klärung hätten führen können, habe Glas damals nicht angenommen, so das Ordinariat. Da der Pfarrer in keiner Weise seiner Aufforderung nachgekommen sei, sich auf seine bei der Pristerweihe übernommenen Pflichten zu besinnen, habe der Kardinal nach dem Kirchenrecht handeln müssen, heißt es in der Stellungnahme des Erzbistums weiter. Veranlassung, die Suspension aufzuheben, gebe es nicht. <P>

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