Neue Formation: Aus den vier Orchestern der Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn sind Kammermusik-Ensembles entstanden. Wie das klingt, erleben die Zuhörer beim Konzert im Pfarrsaal Mariä Geburt. Foto: Brouczek

Kammermusik-Konzert: Erfrischend anders

Höhenkirchen - Dass sich aus den vier Orchestern der Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn Kammermusik-Ensembles herausbildeten, ermöglichte ein Konzert im Pfarrsaal Mariä Geburt. Vorangegangen war ein Probenwochenende, an dem Profis Stücke intensiv einstudierten, beeindruckte doch der intonationsreine, ausdrucksvolle Klang aller Register.

An Trompeten, Waldhorn, Posaune, Euphonium und Tuba wurde das Publikum mit einer ehrwürdigen „Sonata“ von Giovanni Battista Buonamente (1636), eine der frühesten Triosonaten, auf festlich gestimmt. Wirkte Buonamente 1627 in Prag bei der Krönung des Kaisers zum böhmischen König mit, so wurde er doch Franziskaner, was ihm Stellen in seiner Heimat sicherte.

Der Musik des Frühbarock stellten die Blechbläser als Kostprobe der Tschaikowsky-Schule ein Quintett des Amateurkomponisten Wiktor Wladimirowitsch Ewald von 1911 gegenüber. Im Wechsel der Tempi brachten sie etwa auch Trompeten-Sopran und Bass-Gewalt zur Wirkung und überraschten bei effektvollen Wendungen.

Den Rhythmus „Alter ungarischer Tänze aus dem 17. Jahrhundert“, eine Suite von Ferenc Farkas (1953), führte das Holzbläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Waldhorn, Fagott) präzis vor. Es schloss einer majestätischen Intrada von erfrischend moderner Harmonik einen melancholischen Lassú an, der langsame Teil des Csárdás, und einen lebhaften Lapockas, das volkstümlich-magyarische Tanz-Idiom.

Nun folgten „Chorea“ als gravitätischer Choral und „Ugrós“ als lebhafter Springtanz. Einem Saxofon-Ensemble schien der jazzige „Black Jack“ aus Josef Bönischs „Kleiner Suite für Saxophonquartett“ auf den Leib geschneidert, ebenso Gershwins Song „I got rhythm, I got music“. Auch verdeutlichten die Schlagzeuger Franziska Schüppel, Sebastian Knüpfer und Fabian Krieger in Feinabstimmung die pralle, dann wieder verhaltene Rhythmik von „Triopus“, zwei Stücke von Gert Bomhof. Mit Holzblöcken, Bongos und Congas, großer Trommel und kleinen sowie Tamburin und Schellenkranz bot das Trio bei Peter O’Gorman’s „Peach Fuzz“ Attacken und Wirbel, einem Marsch verwandt.

Schluss- und Höhepunkt des Kammerkonzerts, das damit das Neujahrskonzert vollgültig ersetzte, war die Aufführung der „Suite“ B-Dur op. 4 des 20-jährigen Richard Strauss. Orchesterleiter Konrad Sepp, der moderierte, führte die 16 Holz- und Blechbläser sicher durch das schwere, sinfonisch angelegte Werk. Da ließen im Präludium Fanfarenmotive von Bassklarinette, Waldhorn und Tuba bis hinauf zu den Flöten aufhorchen sowie dann ein wehmütiges Oboen-Motiv. Die düstere Romanze, auch als Nocturne gedeutet, wirkte unruhig.

Spätromantische Empfindungen wechselten in der Gavotte mit fröhlicher Stimmung, die sich in der Introduktion des Finale (Andante cantabile) eintrübte. In der Schluss-Fuge (Allegro con brio), wo Strauss erneut Befähigung beweist, wandte das Orchester einmal mehr alle Kraft auf, von Beifallssalven bedankt. Arno Preiser

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