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„Keine Kiesgrube im Kleefeld“ fordern die Anwohner mit diesem großen Schild. Sie wollen mit allen rechtlichen Mitteln gegen einen möglichen Kies-Abbau kämpfen.

Anwohner wehren sich

Kampf gegen den „Kies-Wahnsinn“

Sauerlach – Lärm, Feinstaub, Baustellenverkehr: Das befürchten die Anwohner rund um die Kleefeldstraße im Sauerlacher Ortsteil Lochhofen. Kiesabbau direkt vor der Haustür – das ist ihr Alptraum.

Bei den „Kleefeldern“, wie sie sich nennen, formiert sich Widerstand. Von der Staatsstraße 2573 abgebogen geht es gleich ins Grüne. Felder, hier und da ein Haus, zuletzt das Sportgelände des SV Arget. Das Schild der Anwohner ist nicht zu übersehen. „Keine Kiesgrube hier im Kleefeld! Stoppt die Umweltzerstörung!“ steht darauf groß zu lesen. Zehn Familien fühlen sich bedroht. Sie formulierten ein Einspruchsschreiben, das Mitte November ans Landratsamt München sowie an die Gemeinde ging.

Eine Reaktion seitens des Amtes? Fehlanzeige, sagen die Hauptinitiatoren, Robert Fröhlich und Reinhard Strebl. Ihre Familien wohnen am nächsten am geplanten Standort des Kies-Abbaus. Rund 300 Meter sind es etwa zum Haus der Strebls. „Nach unserer Kenntnislage entnimmt die Firma Gruber Bodenproben und plant Kiesabbau im großen Stil“, heißt es im Schreiben der Anwohner an die Behörden.

Größte Befürchtung: Das ist nur der Anfang

Die größte Befürchtung ist, dass das nur der Anfang sein könnte. Falls der Kiesabbau hier beginnt, sei davon auszugehen, „dass sukzessive in der gesamten Flur westlich der Bahn bis hin zur südlichen Begrenzung der Kleefeldstraße der nächste gigantische Krater entstehen wird“. Diese Befürchtung wird von einer Kiesgrube der ortsansässigen Firma am Otterfinger Weg genährt. Dort wurden in Folge vier Hektar Bannwald gerodet.

Dafür lagen Genehmigungen übergeordneter Behörden vor. Die Gemeinde Sauerlach war aber strikt dagegen. „Menschenskind, so ein Wahnsinn“, sagt Jan-Peter Tilmann. Er ist zum Treffen der „Kleefelder“ mit seiner Ehefrau Angelika gekommen und hat von Probebohrungen vor etwa vier Wochen berichtet. Auch Eva Strasser, die am nahe gelegenen Neubauerweg wohnt, macht sich Sorgen. „Eine massive Lkw-Flotte“ befürchtet sie, die Kies transportiert. Tochter Irene wohnt dort ebenfalls mit Familie. „Das ist doch ein Raubbau gegen die Natur, hier ist doch ein Naherholungsgebiet“, sagt sie. Auch ein Wasserschutzgebiet grenze an. Ringsherum gebe es bereits zwei alte Kuhlen, im östlichen Bereich der Bahnstrecke am Otterfinger Weg.

„Die Flur hier wird komplett verkiest“, sagen die Fröhlichs. Seit 1993 wohnen sie mit den beiden Kindern dort. Was nach dem Abbau kommen könnte, sorgt ebenfalls für Kopfzerbrechen. Womöglich würde später alles mit schadstoffbelastetem Material verfüllt, so die Befürchtungen. „Wir werden alle möglichen legalen Schritte einleiten, um dieses Vorhaben zu verhindern“, versichern die Kleefelder.

Bürgermeisterin Bogner: „Ich täte mich an Ihrer Stelle wehren“

Auch Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) und Gemeinderat Axel Horn (Grüne) kommen zum Ortstermin. „Ich täte mich an Ihrer Stelle auch wehren“, sagt die Rathauschefin. Ein Landwirt habe seinen Grund für die Nutzung hergegeben. Falls es mit dem Kies-Abbau später doch nicht klappt, werde es für den Käufer vermutlich ein Rücktrittsrecht geben.

Der Kiesabbau gilt als privilegiert, das Landratsamt hat als Genehmigungsbehörde das letzte Wort. Dennoch will die Gemeinde eingreifen. In der Sitzung des Bauausschusses diskutierten über eine Änderung des Flächennutzungsplans. Der Plan: Es soll so genannte Konzentrationszonen für den Kiesabbau in der Gemeinde geben. Bogner zeigte sich zuversichtlich, solche durchsetzen zu können. Das würde konkret bedeuten: Ein Kiesabbau außerhalb dieser Zonen ist dann nicht möglich. Das Thema kommt im Gemeinderat am Dienstag, 20. Dezember (19 Uhr) auf den Tisch.

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