Kapitale Schnitzer und kaum Gegenwehr

- SpVgg geht beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 unter

VON MARTIN BECKER Nürnberg/Unterhaching - Diagonales Zuspiel, Flanke, Tor: So einfach kann Fußball sein. Dreimal zog der 1. FC Nürnberg gestern diese Nummer ab, und die daraus resultierende 0:3-Niederlage der SpVgg Unterhaching führte dazu, dass sich Trainer Wolfgang Frank "ein bisschen deprimiert" zeigte. "Zu Saisonbeginn haben wir uns sooo gut verkauft, doch mittlerweile ist unsere Situation nicht gerade ideal", stöhnte Frank in den Katakomben des Frankenstadions. Eine freundliche Umschreibung für eine immer prekärer werdende Lage: Nur drei Pünktchen trennen die SpVgg von den Abstiegsrängen, und im Tabellenkeller wird es immer enger.

Einem fulminanten Beginn - nach einem Freistoß von Francisco Copado verfehlte Jan Seifert das Nürnberger Tor per Flugkopfball nur knapp (2.) - folgte eine lange Phase, in der Haching absolut nichts zustande brachte. Oder, wie Trainer Frank es später formulierte: "Gegen solche Spitzenmannschaften sind wir momentan nicht in der Lage, dagegenzuhalten."

Diesen Mangel an Gegenwehr nutzte Nürnberg gnadenlos aus, unterstützt von gütiger Mithilfe der SpVgg. Zum 1:0 durch Robert Vittek (11.) beispielsweise hätte es erst gar nicht zu kommen brauchen. Doch weil Hendrik Liebers sich einen "falschen Einwurf" leistete, durfte es der "Club" richtig machen, und daraus ergab sich die Kombination mit Einwurf, Flanke, Tor. Beim 2:0 des FCN (21.) machte abermals Ivica Majstorovic, der schon beim Führungstreffer nicht auf Vittek aufgepasst hatte, eine zweifelhafte Figur. Diesmal ließ sich der Hachinger von Krzynowek verladen, dessen Flanke wiederum musste Sasa Ciric bloß noch per Kopf einnicken.

Eine halbe Stunde lang hielt die Hachinger Lethargie an, ehe plötzlich doch einmal etwas in richtig Nürnberger Tor lief. Ein Distanzschuss von Charles Akonnor strich knapp vorbei, Sebastian Helbig streifte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze die Latte des FCN-Gehäuses - das war`s.

Nicht wesentlich anders entwickelte sich die Partie in der zweiten Hälfte. Die Nürnberger standen stabil in der Defensive und erlaubten der harmlosen SpVgg kein Durchkommen, andererseits öffnete der "Club" mit Tempogegenstößen blitzschnell die Räume und setzte Haching unter Druck. Wie eingangs erwähnt: Zuspiel, Flanke, Tor - so kam auch zum 3:0 durch Krzynowek (71.), bei dem Liebers sich "einen kapitalen Schnitzer leistete", wie Frank bemängelte. Sein Fazit: "Jetzt müssen wir mit voller Konzentration in die restlichen Spiele gehen und vor allem unsere Heimspiele gewinnen."

1. FC Nürnberg: Schäfer - Wolf, Nikl, Paulus - Müller, Larsen, Stefulj - Mintal - Vittek (85. Kießling), Ciric (70. Slowak), Krzynowek (80. Lars Müller)

SpVgg Unterhaching: Brasas Note 4 - Majstorovic 5 (46. Leitl 4), Loose 3, Seifert 4, Liebers 5 - Barut 4 (59. Römer 4), Custos 4, Akonnor 5 (74. Sukalo -), da Costa 3 - Helbig 4, Copado 4

Tore: 1:0 Vittek (11.) 2:0 Ciric (22.) 3:0 Krzynowek (71.)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) - Zuschauer: 16 252

Gelbe Karten: Krzynowek (5) - Barut (5), Leitl (2)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München

Kommentare