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St. Korbinian von innen und außen: Die Unterhachinger Dorfkirche wird 1315 erstmals urkundlich erwähnt, feiert heuer ihr 700-jähriges Bestehen und war (und ist) für rund 30 Generationen Mittelpunkt des Gemeindelebens.

700 Jahre St. Korbinian

Kardinal Wetter kommt zum Kirchenjubiläum

Die Unterhachinger Dorfkirche St. Korbinian feiert heuer mit diversen Veranstaltungen ihr 700-jähriges Bestehen. Den Jubiläumsvortrag hält nächste Woche Kardinal Friedrich Wetter.

Unterhaching - „Konradinischen Diözesanmatrikeln“, einem Steuerbuch der Diözese Freising. ist die Kirche St. Korbinian 1315 erstmals zuverlässig urkundlich erwähnt worden. Zum 700-jährigen Bestehen unserer Kirche ist eine Gruppe ortsansässiger Autoren unter verschiedenen Aspekten der Frage nachgegangen, inwieweit die Dorfkirche die Jahrhunderte hindurch „Kristallisationspunkt des Gemeindelebens“ war und bis heute immer noch ist. Professor Alfons Hofstetter, Heinz Neubauer, Georg Neumann, Harald Nottmeyer, Pfarrer Kilian-Thomas Semel, Heimatpfleger Günter Staudter, Toni Trost sowie Elisabeth und Gustav Urban haben die Historie von St. Korbinian aufgearbeitet – die reich bebilderte und 112 Seiten starke Jubiläumsschrift ist ab sofort im Pfarramt und im Heimatmuseum zum Preis von neun Euro erhältlich.

Ein erster Höhepunkt der sich übers gesamte Jahr erstreckenden Feierlichkeiten ist am Freitag, 6. März, um 19 Uhr der „Unterhachinger Abend“ im KUBIZ, der diesmal ganz im Zeichen von St. Korbinian steht. Gemäß des Leitspruchs „Geschichte lebendig gemacht“ werden Bürger vor einem großen Publikum über ihre Erlebnisse in der Pfarrei St. Korbinian von Heimatpfleger Günter Staudter befragt. Dazu zeigen der Förderverein Heimatmuseum und das Kulturamt passende Fotos auf einer Großleinwand. Die wechselvolle Geschichte der Unterhachinger Dorfkirche, die erst ab 1835 den heiligen Korbinian als Patron hat, kann nur kurz umrissen werden. Eine ab 19. Juni beginnende Ausstellung im Heimatmuseum wird dies intensiver darstellen. Zwischen den Erzählungen und Anekdoten unterhalten der Ottobrunner Viergsang, die Korbinian Weisenbläser, die Hachinger Dorfmusi und ein Frauen Dreigsang das Publikum musikalisch. Der Eintritt ist frei.

Nächste interessante Veranstaltung: Am Donnerstag, 12. März, kommt um 19.30 Uhr Kardinal Friedrich Wetter ins Pfarrheim am Friedensplatz 3. Der emeritierte Erzbischof von München und Freising hält einen Vortrag unter dem Titel „St. Korbinian heute – wie Vermittlung und Weitergabe des christlichen Glaubens gelingen kann“. Kardinal Wetter war der 72. Nachfolger des heiligen Korbinian, der als Wanderbischof im achten Jahrhundert von Freising aus den christlichen Glauben verkündet hatte.

700 Jahre – für etwa 30 Generationen war und ist die Unterhachinger Dorfkirche Mittelpunkt des Gemeindelebens. In der Predigt des Festgottesdienstes am vergangenen Sonntag verdeutlichte Pfarrer Kilian-Thomas Semel, dass eine Kirche viel mehr ist als das Kirchengebäude, nämlich das „Haus Gottes“, in das die Menschen kommen, um mit ihm – also Gott – Zwiesprache zu halten, um Dank und Klage vorzubringen und um mit den Sakramenten bestärkt zu werden.

Beim anschließenden Empfang würdigte Bürgermeister Panzer die Bedeutung der Pfarrkirche als gemeinschaftsbildenden Ort im Gemeindeleben auch über die Konfessionsgrenzen hinaus. Danach wurde die eingangs erwähnte Jubiläumsschrift „700 Jahre Unterhaching Dorfkirche – 700 Jahre Gemeindeleben“ vorgestellt. In den 14 Kapiteln tritt Bemerkenswertes zutage: So war die seelsorgerische Versorgung über die Jahrhunderte hinweg vom „Seelsorgezentrum Oberhaching“ aus für Unterhaching recht unterschiedlich. Zeiten der Vernachlässigung wechselten mit Blütezeiten ab. Dazu trug vor allem das Engagement der Jesus-Maria-Bruderschaft bei, welche Unterhaching vom 17. bis 19. Jahrhundert zum Marien-Wallfahrtsort werden ließ. Diese Bruderschaft sorgte sich nicht nur um das Seelenheil, sondern half auch in wirtschaftlichen Notlagen und kümmerte sich um das Gemeinwohl, wie zum Beispiel um das Schulwesen. Das Patrozinium St. Korbinian besteht erst seit 1835; einen mit allen Seelsorgerechten ausgestatteten Pfarrer bekam Unterhaching erst 1922. Seit 2012 ist die Pfarrei in den Pfarrverband Unterhaching integriert.

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