Kaum steht das Gymnasium: Garching liebäugelt mit einer eigenen Realschule

Garching - Das neu gebaute Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) ist eben eingeweiht worden, da regen sich in Garching bereits neue Begehrlichkeiten.

Auf Antrag der CSU-Fraktion im Stadtrat hat sich der Haupt- und Finanzausschuss mit dem möglichen Bau einer Realschule in der Universitätsstadt beschäftigt. Bislang müssen Realschüler aus Garching mit dem Bus nach Ismaning oder Unterschleißheim fahren.

Nach eingehender Prüfung gibt sich die Stadtverwaltung jedoch skeptisch, was eine eigene Realschule anbelangt. Zum einen würde dies eine Investition in Millionenhöhe erfordern. Dazu heißt es im Sachvortrag: „Wenn man bedenkt, dass zeitnah im Norden vermutlich eine neue Grundschule errichtet sowie die Grundschule Ost und das Bürgerhaus saniert werden müssen, dürfte eine zusätzliche Realschule die finanziellen Möglichkeiten des Haushaltes sprengen.“

Zum anderen verweist die Verwaltung auf die Situation in den Nachbarorten. So besuchen derzeit 184 Kinder aus Garching die Ismaninger Realschule. Diese sei gut ausgelastet, habe aber noch Kapazitäten. Zudem werde dort eher mit einer Stagnation oder gar einem Rückgang der Schülerzahlen gerechnet, nicht zuletzt wegen des geplanten Gymnasiumsneubaus in Ismaning.

Die Unterschleißheimer Realschule, die von 28 Garchingern besucht wird, ist aktuell voll ausgelastet; sechs Klassen sind sogar im Container untergebracht.

Jedoch zieht die Schule zum Schuljahr 2016/17 in ein neues Gebäude um, wo ungleich mehr Platz zur Verfügung steht. „Unter den Rahmenbedingungen an den Realschulen in Ismaning und Unterschleißheim ist nicht davon auszugehen, dass ein Antrag auf Errichtung einer Realschule in Garching Aussicht auf Erfolg hat“, heißt es vonseiten der Verwaltung.

„Sicher wäre es wünschenswert, diesen Schulzweig auch in Garching anzubieten“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Allerdings sollten wir erst mal den Umzug in Unterschleißheim abwarten. Und dann stellt sich die Frage, inwieweit der Haushalt Spielräume zulässt.“ Dem schloss sich letztlich der gesamte Ausschuss an - auch die CSU-Fraktion, die den Antrag gestellt hatte, auf eine Abstimmung aber verzichtete.

Abschließend regte Norbert Fröhler (BfG) an, die Möglichkeit einer Garchinger Zweigstelle der Ismaninger Schule zu prüfen. „Vielleicht sollte die Realschule überlegen, ob sie die fünfte und sechste Klasse auch in Garching anbietet“, sagte der BfG-Fraktionschef. Gerade in diesem Alter führe die tägliche Busfahrt dazu, dass viele Eltern ihre Kinder nicht auf die Realschule schicken. ps

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