Volles Haus, volle Aufmerksamkeit: Wenn’s beim „Keferloher Montag“ politisch wird, ist das Festzelt voll. Dennoch ist der veranstaltende Verein „Freunde des Keferloher Montags“ um den Vorsitzenden Klaus Rieger (vorne am Tisch links) auf finanzielle Hilfe angewiesen. Foto: Brouczek/A.

Finanzspritze für Bierzelt-Gaudi

"Keferloher Montag": SPD schaltet Ministerium ein

Grasbrunn - Der Kreistag gewährt den Veranstaltern des „Keferloher Montag" einen Zuschuss von 10 000 Euro. Das ist Geldverschwendung auf Kosten der Steuerzahler im Landkreis finden die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Peter Paul Gantzer und Natascha Kohnen.

Der „Keferloher Montag“ in Grasbrunn ist ein Traditionsfest. Jeweils am ersten Montag im September gibt es einen Markt und im Festzelt hält politische Prominenz markige Reden. Gefeiert wird aber schon vorher. Mit Musik und Bierzelt-Atmosphäre. Damit verkomme „das Traditionsfest zu einem dreitägigen Wies'n-Vorfest mit angehängtem Bauerntag“, monieren Gantzer und Kohnen. 10 000 Euro für Zeltaufbau, Sicherheitsdienst und Musikprogramm. Nicht für einen Bauerntag mit politischem Programm. Sondern für Trinken und Feiern, was nur dem „Profit“ diene. Verschwendung.

Geld, das der Kreis nach Ansicht der SPD-Politiker gar nicht ausgeben darf, weil es nicht zu seinen Aufgaben gehört, eine solche Veranstaltung finanziell zu unterstützen. Dass der Verein „Freunde des Keferloher Montags die Finanzspritze überhaupt braucht, bezweifeln sie ebenfalls. Dem Vernehmen nach habe der Verein „stets ein gutes Geschäft gemacht“. Dass er den einigen tausend Besuchern freien Eintritt gewährt, sei daher ein weiteres Unding: Würden die Besucher zahlen, sei der Zuschuss nicht notwendig.

In der Regel gehört die politische Prominenz, die jeweils an den Montagen im Festzelt auftritt, dem konservativen Lager an: Angela Merkel war da, Horst Seehofer, Edmund Stoiber und viele andere. Dass die SPD da allergisch reagiert und schon bei der Diskusssion im Kreistag von einer „reinen CSU-Propaganda-Veranstaltung“ die Rede war, wundert nicht.

Bei den Befürwortern des Antrags jedenfalls stößt das Schreiben von Gantzer und Kohnen auf jede Menge Kritik. Stefan Kern etwa, Kreisrat und Bürgermeister in Brunnthal, wirft den Sozialdemokraten doppelte Moral vor: Im Wahlkampf nutzten SPD und Grüne den „Keferloher Montag“ gerne, hintenrum aber werde Kritik geübt. Kern hält viel vom „Keferloher Montag“. Der sei ein „Netzwerktreffen“, vor allem für Landwirte, und die wiederum spielen für ihn eine wichtige Rolle als „Ernährer und Landschaftspfleger“ im Landkreis. Ein Zuschuss sei daher nur recht und billig. Dass der Landkreis ab 2015 selbst miteinsteigen will in den „Keferloher Montag“ nur ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Der „Keferloher Montag“ ist „viel zu sehr politisch gefärbt“, findet Susanna Tausendfreund. Daher habe sich der Landkreis nicht um diese Veranstaltung zu kümmern, sagt die Grünen-Kreisrätin und fügt an: „Politisch und rechtlich ist der Zuschuss sehr fragwürdig.“ Otto Bußjäger ist da ganz anderer Ansicht: Der Freie Wähler und ehemalige Grasbrunner Bürgermeister spricht vom „Verschwörungswahn“ der SPD. Vom „Keferloher Montag“ hält der Schriftführer des Vereins „Freund des Keferloher Montags“ viel. Umso weniger davon, ihn unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu sehen. Die Veranstaltung tauge nicht als „Geschäftsmodell“. Deshalb habe die Gemeinde schon früher Geld zugeschossen. Heute sind es laut Bußjäger noch 3000 Euro.

Gebe es diese Zuwendungen nicht, stünden die Tage in Keferloh vor dem Aus, sagt Klaus Rieger, der Vorsitzende der „Freunde des Keferloher Montags“. Der Verein könne keinen Eintritt verlangen, er sei gemeinnützig. Ihm stinken die Vorwürfe von Gantzer und Kohnen. Nichts als Gestänker. Überhaupt habe sich die SPD im Landtagswahlkampf 2013 g erne gezeigt im Festzelt. „Wir haben dafür einen vierstelligen Betrag bezahlt“, hält Gantzer dagegen.

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