Kein Anschluss am U-Bahnhof

- Vor 7 Uhr und nach 22.25 Uhr fährt nur noch jeder zweite Bus

Garching - Zumindest jede zweite U-Bahn soll am Abend noch an den Busverkehr angeschlossen werden. Auf diesen Kompromiss hat sich der Garchinger Stadtrat verständigt. Noch offen ist, ob jede zweite U-Bahn nach Hochbrück möglicherweise ganz gestrichen wird. "Die Finanzkrise der Kommunen", sagt Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD), "ist nun auch bei den Bürgern angekommen."

Wissenschaftsstandort mit Weltruf? Universitätsstadt? Endlich rollt die U-Bahn bis nach Hochbrück, da kappt der Kreis die Busanschlüsse nach Garching. Morgens vor sieben Uhr und am Abend nach 22.25 Uhr würden ohne die Entscheidung des Stadtrats keine Busse mehr fahren. Am Wochenende wäre noch früher Schluss. Proteste der Stadt gegen die Sparmaßnahmen verhallten ungehört.

Zusätzliche 12 000 Euro kostet dieser Beschluss. Bereits jetzt zahlt die Stadt 13 000 Euro für Verbindungen nach Mitternacht, die der Kreis nicht finanziert. 12 000 Euro - vor wenigen Jahren noch ein Klacks. Inzwischen Grund genug, Stadtrat und Ausschüsse wochenlang zu beschäftigen. "Wir haben das Geld einfach nicht mehr", stellte Bürgermeister Solbrig fest. Die vom Landkreis vorgenommenen Kürzungen seien "fatal und völlig falsch".

Drei Konzepte, den Sparmaßnahmen zu begegnen, standen zu Disposition. Der Vorschlag, jede zweite U-Bahn anzubinden, erschien dem Stadtrat als einziger umsetzbar. Weiterhin jede U-Bahn mit Bussen zu erschließen sei mit 45 500 beziehungsweise 76 500 Euro zu Sammeltaxi zu umständlich kostspielig. Anruf-Sammeltaxis erschienen den Räten als zu umständlich.

Doch braucht Garching U-Bahnen überhaupt, die mit dem Bus nicht mehr zu erreichen sind? Den Vorschlag, jede zweite Fahrt zu streichen, legte der Stadtrat zunächst noch auf Eis. Ein Jahr lang soll die Nachfrage für diese, nicht angeschlossenen Linien geprüft werden.

Die Mehrheit der Stadträte hatte sich dagegen ausgesprochen, diese Fahrten sofort zu streichen. "Wir signalisieren damit, dass uns die U-Bahn nicht wichtig ist", warnte Joachim Krause (SPD). Man müsse sich gut überlegen, ob Sparen hier mehr schade, als dass es Nutzen bringe. "2006, wenn die U 6 bis nach Garching fährt, wird uns dann möglicherweise von vornherein der 40-Minutentakt vorgesetzt." Sollte die Stadt Garching heute auf den 20-Minutentakt verzichten, mahnte auch Henrika Behler (BfG), "müssen wir später dafür kämpfen, was wir heute freiwillig aufgegeben haben." an

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