Wegen PKW-Maut: Untersuchungsausschuss gegen Scheuer beschlossen

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Keine Bange vor der Schlange

Straßlach-Dingharting - Er war wohl nicht ganz unschuldig. Wie ein Spielzeug soll ein Schüler eine Kreuzotter aus dem Wasser gefischt haben, bevor die zubiss. Die Angst vor weiteren Bissen hält sich rund um den Deininger Weiher in Grenzen.

Vorsichtig stakst Manfred Siering (66) im abgemähten Schilfbett am Rande des Deininger Weihers umher, den Blick auf den Boden geheftet. Der Grünwalder Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz ist auf der Suche nach Bayerns einziger Giftschlange, der Kreuzotter - die gleiche Schlange, die den 14-Jährigen Quentin mit einem Biss ins Krankenhaus beförderte (wir berichteten). Der Schüler hatte die Schlange auf einem Ausflug aus dem Wasser am Ufer des Weihers gefischt, wollte seine Mitschülerinnen erschrecken - da schnappte sie plötzlich zu. Nach Antiserum und Krankenhausaufenthalt ist der Bub wohlauf.

Siering weiß von einem Fall im Jahr 2009: Damals war es ein Achtjähriger, der von einer Kreuzotter gebissen worden ist. „Mich wundert sowas nicht“, sagt Siering und schüttelt den Kopf. „Da wedelt einer mit dem Reptil herum wie mit einer Gummischlange. Die jungen Menschen haben leider keinen Respekt mehr vor der Natur und ihren Geschöpfen.“

Etwa 30 Kreuzottern ist der 66-Jährige im Laufe seines Lebens begegnet - jedes Mal zufällig. „Kreuzottern sind sehr scheu und kriechen immer nur fürs kurze Sonnenbad hervor.“ Neben Moorgebieten wie dem Deininger Weiher sind auch das Isartal und der Perlacher Forst sehr günstige Lebensräume für die Schlangenart. „Hin und wieder auch ein Grünwalder Swimming-Pool“, sagt Siering und lacht.

Trotz ihrer Giftigkeit: Von Panikmache um die Kreuzotter hält der 66-Jährige nichts. Wer auf den Wegen bleibt und seinen Hund an die Leine nimmt, hat nichts zu befürchten. „Die schwarzen Exemplare sehen zusammengerollt aus wie kleine Hundehäufchen. Da muss man halt drauf achten.“ Und falls es doch zum Biss kommt, rät der Experte zur Ruhe: „Panisches Rumgehüpfe macht’s schlimmer.“ Der Weg ins Krankenhaus sei aber Pflicht.

Von Angst nach der Bissattacke diese Woche ist auch im Waldhaus Deininger Weiher nichts zu spüren. „Wir haben das gar nicht mitbekommen“, sagt Wirt Markus Tschurtschenthaler. Um seine Kundschaft macht er sich keine Sorgen: „Wer sich fürchtet vor den Gefahren, die hier lauern, der soll zu mir ins Wirtshaus kommen. Garantiert schlangenfrei.“

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