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Keine Sklaverei in Taufkirchen

Taufkirchen - Durch Dialog sollen Missstände auf Baustellen verhindert werden

Taufkirchen - Die Baustellen der Firma Leitner wird die Gemeinde Taufkirchen ab sofort im Auge behalten. „Mit moralischem Druck“ will der Gemeinderat verhindern, dass sich die Wolfratshauser Missstände mit einem slowenischen Subunternehmer in Taufkirchen wiederholen.

In Wolfratshausen, am Sitz des mittelständischen Bauunternehmens, sind im März 28 Bauarbeiter aus Bosnien und Slowenien gestrandet. Ohne einen Cent Lohn zu bezahlen, war ihr Arbeitgeber, ein slowenischer Subunternehmer, abgetaucht. Mit der menschenverachtenden Praxis ihres Subunternehmers geriet auch die Firma Leitner in die Schlagzeilen. Das erscheint den Taufkirchner Kommunalpolitikern interessant, da das Bauunternehmen hier diverse Projekte realisiert und realisiert hat - etwa die neue Realschule oder aktuell der Wohnungsbau an der Münchener Straße.

„Psst, lassen Sie sich vormerken“, wirbt Leitner für die neuen Eigentumswohnungen in Taufkirchen. „Achtung, lassen Sie uns aufmerken“, kontert die Kommune. Michael Lilienthal (FW) erhofft sich „eine disziplinierende Wirkung“, wenn das Thema öffentlich im Kommunalplenum diskutiert wird. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) verwies auf ein Schreiben der Leitner GmbH an die Gemeinde. Darin teilt die Firma mit, dass sie den Betroffenen den Lohn mittlerweile ersetzt hat und ihnen so ein Rechtsstreit erspart blieb. Künftig will Leitner „in der Muttersprache der Arbeiter nachfragen lassen, ob sie ihren Lohn erhalten haben“.

Für Vize-Bürgermeister Alfred Widmann hat „der Bauunternehmer die Zeichen der Zeit nicht umgesetzt“. Während die ganz Großen längst entsprechende Regelwerke eingeführt hätten, habe Leitner als mittlerer Betrieb die erforderlichen Kontrollen nicht praktiziert. Dass Leitner die Lohnschulden des Subunternehmers beglichen hat, ist nach Aussage Widmanns der Rechtsprechung geschuldet: „Die hätten ohnehin zahlen müssen, selbst namhafte Firmen haben durch alle Instanzen verloren.“

CSU-Fraktionschef Herbert Heigl fragte sich: „Was hat Taufkirchen mit der Sache am Hut?“ Die Antwort kam prompt und deutlich aus der grünen Ecke. Fraktionssprecher David Grothe bilanzierte: „Unbezahlte Arbeit ist Sklaverei. Das will ich in Taufkirchen nicht.“

(ee)

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