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"Keine Vision, sondern Vandalismus"

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- Haar - Christian Jobst, und mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD der gesamte Gemeinderat in Haar, fordern Grasbrunns Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU) auf, sich von den Plänen Alfons Doblingers, in Keferloh eine "Europäische Stadt" zu bauen, zu distanzieren. "Er soll Stellung beziehen", wollen die Haarer Mandatsträger.

Das Vorgehen Bußjägers und der CSU in Grasbrunn sei inakzeptabel. "Die lassen einen Bauträger seine Pläne vorstellen und dann eine Diskussion laufen", sagte Jobst in der jüngsten Sitzung. "Das Projekt muss dort besprochen werden, wo es hingehört, in den Gemeinderat, in eine öffentliche Sitzung." Und dort wurde es just zur gleichen Zeit besprochen, als auch die Haarer tagten (siehe Bericht links).

Jobst und der Haarer Gemeinderat halten zudem Doblinger für unglaubwürdig, bezogen auf seinen Auftritt am 22. April, als er seine "Vision" der Europäischen Stadt vorgestellt hat. "Er rechnet mit Erschließungskosten von rund 80 Millionen Euro", sagte Jobst. Zugleich aber wisse er nicht, ob sich 3000 oder 10 000 Einwohner in Keferloh ansiedeln. "Wenn er die Erschließungskosten kennt, muss er das genau kalkuliert haben", lautet das Fazit des SPD-Fraktionsvorsitzenden.

Deutlicher wurde Horst Wiedemann (SPD): "Was Doblinger betreibt, ist keine Vision, sondern Vandalismus." Keferloh sei eine Rodungsinsel. Das habe Doblinger auf der Veranstaltung bestritten. Wiedemann glaubt den Grund dafür zu kennen. "Eine Rodungsinsel hat bei einer Bebauung strengere Auflagen. Vielleicht ist sie deshalb auch nicht im Regionalplan zu finden."

Bürgermeister Helmut Dworzak (SPD) empörte sich über Doblingers Äußerung, Keferloh nach Haar eingemeinden zu wollen. "Diese Diskussion ist blanker Unsinn", meinte Dworzak. Doblinger schüre bewusst Ängste. Deshalb forderte er die Ratskollegen in Grasbrunn auf, Doblingers Vision "bereits im Vorfeld" abzulehnen.

Theresa Heil (CSU) brachte die Diskussion auf den Punkt: "Wir wollen Keferloh nicht." Sie wies darauf hin, wie schwierig es sei, eine neue, eventuell 10 000 Einwohner starke Siedlung in eine Gemeinde einzugliedern. Haar habe das mit dem Jagdfeld erlebt. "Es hat Jahre gedauert, bis sich das Jagdfeld und Haar verwoben haben." Hinzu komme, dass die Neubürger in Keferloh die Infrastruktur Haars nutzten (Musikschule, Schwimmbad etc.), nicht die in Grasbrunn. "Wir können ja keine Mauer zwischen Haar und Keferloh hochziehen."oki

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