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Auf viele gelungene Museumsfeste blickt Simon Kastenmüller, derzeit noch Vorsitzender der Heimatfreunde Sauerlach, zurück. Jetzt will er von Bord, und ein neuer Vorstand ist nicht in Sicht.

Ohne Vorstandschaft

Heimatfreunden Sauerlach droht das Aus

Sauerlach - Zu einem überraschenden Eklat ist es auf der Hauptversammlung des Fördervereins Heimatfreunde Sauerlach gekommen.

Aufgrund fehlender Kandidaten entfiel die angesetzte Vorstandswahl – dem Verein droht damit das Aus.

Das engagierte Vorstands-Team, Simon Kastenmüller und Vize-Vorsitzende Marie-Luise Schweppe, trat nicht zur Wiederwahl an.  Das Problem dabei: Niemand rückte nach. 

„Bis zur letzten Minute hatte ich gehofft, dass sich jemand findet“, sagte Kastenmüller (67) im Gespräch mit dem Münchner Merkur. So wie schon vor drei Jahren: 2013 war der Sauerlacher Gemeinderat und CSU-Vorsitzende Markus Hoffmann der Retter der Stunde. Damals war Kastenmüller Schriftführer gewesen, erhielt auf gleicher Sitzung aber den Vorsitz. Das Amt des Schriftführers war vakant, auch in diesem Fall wollte sich zunächst kein Kandidat melden. Hoffmann sprang in die Bresche.

Er stellt sich auch heuer der Wiederwahl, so wie der Kassier. „Marianne (Lederer) und ich machen weiter, es liegt jetzt im Grunde nur am Vize“, sagte er ins Rund. 

Eindringlich appellierte Hoffmann an die rund 50 Anwesenden, sich das Ganze nochmal zu überlegen. „Das Amt kann doch in Arbeitsteilung geführt werden“, nannte er gar eine Alternative. 

Darauf hatte Götz von Borries zuvor ebenfalls hingewiesen. Er war diesmal im Trachtenheim der Mann der Stunde. Schon im Vorfeld der Versammlung hatte Kastenmüller ihn gebeten, den Vorsitz anzunehmen. Für von Borries, wie er selbst sagt, „als Zugezogener eine große Ehre“. Aber er ist Rechtsanwalt und engagiert sich als Gemeinderat für die Kommune. „Ich bin voll berufstätig und bräuchte deshalb eine tatkräftige Unterstützung“, erklärte er vor den Mitgliedern. Vielleicht sei der Vorstand einfach zu klein. „Man könnte doch vier bis acht Beiräte wählen und den Vize-Vorsitz auf mehreren Schultern verteilen“, so der Jurist. 

Daraufhin entfachte die Diskussion im Saal. Namen wurden genannt und ebenso verworfen. „Was passiert, wenn wir heute keinen Kandidaten finden?“, fragte jemand aus dem Saal. „Dann werden wir den Tagesordnungspunkt absetzen und in wenigen Wochen eine neue Sitzung einberufen“, antwortete Wahlleiter Alfred Guggemoos. Der Vorstand bliebe bis dahin erhalten. „Falls sich auch dann keiner findet, wird der Verein liquidiert“, sagte Guggemoos. 

Unerwartet war die Sachlage nicht. Schon vor gut einem Jahr hatte Kastenmüller über seine Absicht gesprochen. „Ich bin ein Projektmensch, ich möchte in Kürze etwas Neues beginnen“, sagt der Ingenieur. Seine Steckenpferde, die Website des Museums wie auch die Inventarliste mit derzeit rund 4500 Exponaten, pflegt er gern weiter. 

Kathrin Kohnke

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