Keine Lust auf weitere Kieslasterfahrten haben die Anwohner in Dürrnhaar. Foto: Michel

Kieswerk-Pläne sorgen für dicke Luft

Aying - Die Botschaft war eindeutig. An der Nordfront des Dürrnhaarer Schützenheims prangte am Montag ein Transparent mit den Worten: „Kein Kieswerk in Dürrnhaar - sonst staubt’s!“

In dem Gebäude war dicke Luft, als die Ortsteilbürgerversammlung eröffnet wurde. Neben der Geothermie und der Ortsumgehung war das Hauptthema eindeutig der Kiesabbau, der seit über 40 Jahren westlich von Dürrnhaar betrieben wird. Vor ziemlich genau einem Monat ist nun der Genehmigungsbescheid für eine 13,7 Hektar große Fläche bis 2037 ergangen (wir berichteten). Und im Raum steht, dass die Unternehmensgruppe Ganser auch das Kieswerk von Kirchstockach nach Dürrnhaar verlegt.

Firmenchef Günter Ganser bestätigte, dass solche Überlegungen in der Tat angestellt würden: „Aus heutiger Sicht wissen wir aber noch nicht, wo und in welcher Größe das Kieswerk entstehen könnte.“ Wenn überhaupt, dann betreffe es nur das Kieswerk selbst, nicht aber den gesamten Betrieb in Kirchstockach.

Gansers Angebot, die konkreten Planungen in einem Jahr oder noch etwas später in Dürrnhaar vorzustellen, kam allerdings nicht besonders gut an. Stattdessen prägten Zwischenrufe die Bürgerversammlung - teils mit Polemik vermischt. Ein Großteil der Redner lehnte das Kieswerk strikt ab. Viele fanden auch, dass der Abbau am besten gleich beendet werden sollte.

Otto Pecher machte die Bürger darauf aufmerksam, dass Silikatstaub alles andere als ungefährlich sei und Krebs erregen könne. „Abgesehen davon muss man die Feinstaubbelastung für Dürrnhaar beachten“, so Pecher. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in diesem Sinne mache sogar Mut, den Klageweg gegen den Kiesabbau zu eröffnen. Pecher selbst habe eine diesbezügliche Untersuchung bei der renommierten „Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich“ in Auftrag gegeben.

Dem Gedanken schloss sich der Bürgermeister durchaus an. Hans Eichler (PWH) erklärte, die Gemeinde habe am vergangenen Freitag eine Klage eingereicht. Auch die Erkenntnisse, die von Pecher eingebracht worden seien, würden durch den beauftragten Rechtsanwalt geprüft. Insgesamt habe die Kommune nur wenige Möglichkeiten, juristisch gegen das Vorhaben vorzugehen. Der Bürgermeister stellte klar, dass die Gemeinde Aying durch die Festlegung der Flächen als Vorrangs- bzw. Vorbehaltsgebiet im Regionalplan keine Chance hatte, das Vorhaben zu verhindern. „Der Kiesabbau war nicht vermeidbar. Deswegen haben wir uns stets redlich bemüht, die Auswirkungen für die Bürger so gering wie möglich zu gestalten.“

Wolfgang Rotzsche

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