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Gefahrenzone Linie 242: Immer wieder gibt es Probleme zwischen Fahrern und Fahrgästen. Oft sind die Busse der Linie auch überfüllt, weil sie Kinder für ihre Fahrt zur Schule nutzen. Zum neuen Schuljahr hat die Gemeinde Haar daher große blaue Punkte vor der Station „Salmdorf Kirche“anbringen lassen. Auf diese Weise sollen Fahrschüler den richtigen Abstand zu den Bussen einhalten.

Wieder Probleme auf der Buslinie 242 

Kinder toben durch den Bus – Fahrer schaut zu

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Mangelnde Ortskenntnis, Unpünktlichkeit und Tohuwabohu im Bus: Die Buslinie 242 in Haar entwickelt sich zum Dauerärgernis. Fahrgäste erheben schwere Vorwürfe gegen die Fahrer. Vor allem Eltern sind in Sorge, denn die 242 ist auch Schulbuslinie.

von florian prommer

Haar – Die Busfahrer kennen die Fahrtroute nicht und lassen sich von Fahrgästen durch den Ort lotsen. Busse steuern falsche Haltestellen an oder fahren an den richtigen vorbei. Hinzu kommen Verständigungsprobleme zwischen Fahrer und Fahrgästen. Schüler kommen daher häufig zu spät zum Unterricht.

Es sind die immer gleichen Beschwerden und Vorwürfe, die Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) zu hören bekommt. Meist sind es aufgebrachte Eltern, die sich im Rathaus melden und ihrem Ärger Luft machen. So gut wie immer geht es um Vorfälle in den Bussen der Linie 242. Die verkehrt zwischen den S-Bahnhöfen Haar und Gronsdorf und macht unter anderem Halt am Ernst-Mach-Gymnasium sowie an der Konrad-Grundschule. Morgens und mittags herrscht im Bus Hochbetrieb.

Ein Vorfall in einem der Busse der Linie 242 hat das Fass nun offensichtlich zum Überlaufen gebracht – und Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) dazu veranlasst, den Gemeinderat über die Bus-Querelen in Kenntnis zu setzten. Die Rathauschefin sagte: „Der jetzige Vorfall geht über die üblichen Missstände hinaus.“

Demnach hatte ein Fahrgast eine Gruppe Grundschüler dazu aufgefordert, ihre Schuhe und Jacken auszuziehen und durch den Bus zu toben. Seine Begründung: „Heute ist Tobe- und Kletter-Tag.“ Wie Augenzeugen dem Rathaus berichteten, kamen die Kinder dieser Aufforderung nur allzu gerne nach. Die Buben und Mädchen kraxelten offenbar über die Sitze und baumelten an den Gepäcknetzen.

Der Fahrgast hatte seinen Spaß und kündigte offenbar an, das chaotische Spektakel aufzunehmen und das Video ins Internet zu stellen. Dort ist das Filmchen bislang aber nicht zu finden. Wohl auch, weil laut Müller einige Eltern, die das Chaos bemerkten, an der Haltestelle Gronsdorf eingriffen und dem „Tobe- und Kletter-Tag“ im Bus ein Ende bereiteten. Als sie den Fahrer zur Rede stellen, sprach dieser angeblich kein Deutsch.

Wie Müller nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sagte, häufen sich die Beschwerden der Eltern der Schulbuskinder, aber auch anderer Fahrgäste, seit ziemlich genau einem Jahr – seitdem die DB Regio Bus Bayern (DRB), eine Tochter der Deutschen Bahn, den Betrieb in Haar übernommen hat. Nach dem jüngsten Vorfall habe sich die Gemeinde„zum x-ten Mal“ an das Landratsamt München gewand. Der Gemeinde selbst sind nach Müllers Aussage die Hände gebunden. Das Landratsamt hatte den Betrieb der Haarer Buslinien ausgeschrieben und ist damit Aufwandsträger. Müller bat Landrat Christoph Göbel (CSU) daher, sich der Sache anzunehmen. Er möge doch bitte den Busbetreiber in die Pflicht nehmen.

Beim Landratsamt gehen nicht nur Beschwerden aus Haar, sondern auch aus der Nachbargemeinde Grasbrunn ein. Auch dort betreibt die DRB die Buslinien – und auch dort gibt es offenbar Probleme. Das Landratsamt hat daher nach eigenen Angaben bereits mehrfach das Gespräch mit dem Münchner Verkehrs- und Traifverband (MVV), dem Auftraggeber, und der DRB, dem Betreiber, gesucht.

Nun ist es erneut zum Krisengipfel gekommen. Beteiligt: Vertreter des Landratsamtes, der DRB und des MVV. Dabei habe man dem Betreiber klargemacht: Sollte es zu „schwerwiegenden“, belegbaren Verstößen gegen vertragliche Vereinbarungen kommen, werde „künftig eine konsequentere Anwendung von Vertragsstrafen erfolgen“, teilt das Landratsamt mit.

Die Deutsche Bahn stellt sich derweil vor ihre Fahrer. Die Vorwürfe und Beschwerden seien bestens bekannt – auch wenn die 50 eingegangenen Beschwerden bei knapp 90 000 Busfahrten im letzten vergangenen Jahr sehr niedrig sei, wie ein DB-Sprecher sagte. Allein 20 Beschwerden hätten die ersten Wochen nach dem Betreiberwechsel betroffen und hingen mit den nicht unüblichen Anfangsproblemen zusammen. Darunter eben auch die ausgelassenen Haltestellen. Diese Startprobleme seien mittlerweile behoben. Ein Busfahrer, der in der Tat einzelne Stationen ausgelassen hatte, sei zwischenzeitlich nachgeschult worden. Zum Thema Verständigungsprobleme heißt es: „Alle Busfahrer sprechen Deutsch, wenn auch sicherlich nicht immer perfekt.“

Angesprochen auf den jüngsten Vorfall, sieht die DRB die Schuld nicht nur bei den Fahrern. „Ein Busfahrer hat kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen“, teilt DRB mit. Primär habe der Fahrer die Aufgabe, den Bus zu steuern. Gleichwohl habe er die Möglichkeit, die „undisziplinierten Schüler“ dem Bus zu verweisen. Aus gutem Grund mache die DRB davon aber keinen Gebrauch. Vielmehr wolle man die Eltern und die Schule in die Pflicht nehmen, damit das Tohuwabohu im Bus ein Ende hat.

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