Kindergarten-Neubau kostet 5,9 Millionen Euro

Ismaning - Optisch ansprechend, mit verspielten Hinguckern versehen und nun auch voll unterkellert: Der Ismaninger Gemeinderat hat den rund 5,9 Millionen Euro teuren Neubau eines Kindergartens mit vier Wohnungen an der Max-Hueber-Straße, Ecke Camerloherstraße, einstimmig abgesegnet. Einzig der Zeitplan sorgte für Irritationen.

Wie Helgard Aldinger vom Bauamt erläuterte, soll der Bauantrag im Juli eingereicht werden, so dass die im März 2016 startenden Arbeiten im August 2017 abgeschlossen sein könnten, „pünktlich zum Kindergartenjahr 2017/2018“.

Günter Glasner (FWG) dauert das zu lang: „Der Zeitplan gefällt uns gar nicht. Wenn wir im Juli einreichen, dann hätten wir vom Landratsamt vermutlich im September die Genehmigung - also sollten wir deutlich schneller sein.“ Aldingers Einwand, dass die EU-weiten Ausschreibungen ihre Zeit bräuchten, mochte auch Glasners Fraktionskollege Rudi Essigkrug nicht gelten lassen: „Wir haben doch alles versucht, dass wir den Kindergarten schnell auf den Weg bringen. Uns ist sehr wichtig, dass wir vom Landratsamt zügig unterstützt werden. Zumal wir doch recht milde Winter haben.“

Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) betonte, dass man ohnehin daran denke, in der Ausschreibung einen entsprechenden Hinweis unterzubringen: „Wenn frostfrei, dann früherer Beginn.“

Den Vorentwurf für den Bau hatte das Münchner Architektenbüro „Meissler“ bereits am 11. Dezember 2014 dem Gemeinderat präsentiert und dann im Planungsteam konkretisiert. Die detaillierte Kostenschätzung für das Projekt liegt bei insgesamt 5 870 000 Euro brutto.

Wunschgemäß wird das Gebäude voll unterkellert, was nicht nur Luise Stangl (SPD) begrüßte: „Ein Kindergarten braucht immer sehr viel Platz.“ Der Betonbau erhält ein großflächig begrüntes Flachdach sowie eine gedämmte und hinterlüftete Fassade aus Lärchenholz. „Die Hölzer weisen unterschiedliche Breiten auf, so dass optisch eine Art Farbigkeit entsteht“, erläuterte Helgard Aldinger. Das feste Gestaltungselement „spielende Kinder“ sorge im Brüstungsbereich der Balkone für das gewisse Etwas und finde sich auch an der Mauer entlang der Camerloherstraße wieder: „Die Kinder laufen in Richtung Eingang.“ Luise Stangl fand das Thema „Kunst am Bau“ in den Händen der Fachleute gut aufgehoben: „Wir brauchen ein langlebiges Bauwerk, die Kinder können sich drinnen ja austoben.“

Der Bereich der Gruppenräume erhält eine großflächige Verglasung aus Holz-Alu-Fenstern, elektrische Jalousien schützen vor der Sonneneinstrahlung. Vor dem Küchenfenster im Erdgeschoss an der Camerloherstraße ist ein Sichtschutz mit horizontalen Lamellen vorgesehen. Das schmeckte Irene Holler (Grüne) gar nicht: „Da ist doch die Teeküche untergebracht, da kann ruhig ein Fenster hin.“

Insgesamt kam der Entwurf sehr gut an, wenngleich die Gemeinderäte eifrig darüber diskutierten, ob die Wohnungen tatsächlich einen Linoleumboden erhalten sollen. „Wir sollten das zeitgemäßer gestalten, mit Parkett oder Laminat“, sagte Günter Glasner. Bruno Rimmelspacher (SPD) drängte darauf,die Kosten gegenüberzustellen: „Das brauchen wir ja heute nicht zu entscheiden.“ Ihm war es wichtiger, die Zahl der vorgesehenen Fahrrad-Stellplätze zu erhöhen. „Viele Eltern kommen mit Anhänger, da wird’s schnell eng.“

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