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farrer Lorenz Poschenrieder in St. Andreas mit Figuren der Heiligen Sippe. In der Mitte ist die Heilige Anna zu sehen, die Großmutter Jesu.

Renovierung

An den Kirchen nagt der Zahn der Zeit

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Sauerlach - Hochkarätig sind die Aufgaben, die der Pfarrverband Sauerlach dieser Tage zu stemmen hat. Gerade erst wurde der Hauptsitz St. Andreas für 530 000 Euro saniert, da steht auch schon die nächste Baustelle ins Haus. Etwa 1,16 Millionen Euro sollen die Arbeiten an St. Michael in Arget kosten. Allein mit Spenden ist das kaum zu schaffen.

Eine Zeit der Kompromisse liegt hinter der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas. Von März bis Juli fand der Gottesdienst nur im Pfarrheim statt, die Kirche war gesperrt. „Alles wurde dort gereinigt, retuschiert oder saniert“, erläutert Geistlicher Rat Lorenz Poschenrieder, Leiter des Verbands mit den weiteren Pfarreien Arget/St. Michael sowie der Kuratie Altkirchen/St. Margareth. „Kirchlich gehören wir zur Erzdiözese München und Freising, Seelsorgregion München, Dekanat Ottobrunn“, erläutert der Pfarrer. 70 Prozent der Sanierungskosten trug die Diözese, den Rest der Verband. Zu den größeren Posten zählte der Einbau einer neuen Wandheizung. „Vorher hatten wir nur eine alte Bankheizung mit Glühstäben, die im Grunde schädlich für die Raumschale waren“, so Lorenz Poschenrieder. Auch der Ruß früherer Kerzen sei ein Problem gewesen, die von heute seien extra rußarm. „Nach mehr als 20 Jahren wird da jedes Weiß zum Grau“, sagt der Pfarrer.

 Genau so lang ist die letzte Sanierung der Pfarrkirche her. Ursache dafür war eine fahrlässige Brandstiftung am 26. auf den 27. August 1991. Hoch- und Seitenaltäre sowie zahlreiche Figuren und Kunstwerke verbrannten oder wurden beschädigt. Sogar die Pfeifen der damals recht neuen Orgel schmolzen. 2,3 Millionen Mark kostete die Beseitigung der Schäden. Eine Alarmanlage verhindert heute das widerrechtliche Betreten des Gotteshauses und schützt dessen Werte. Sorgfältig legt der Geistliche Rat einen dicken Ordner voller Fotos und Beschreibungen auf den Tisch, beinah liebevoll blättert er in den Seiten. Darin dokumentiert sind die Kunstwerke von St. Andreas. Ein Sachverständiger der Diözese erfasste alles im Detail. „Eine gute Anleitung für die Restauratoren und beauftragten Fachfirmen“, erläutert Poschenrieder. Alle Fenster seien überarbeitet worden. Neu sei eine Um- und Abluft-Anlage, um einen Wärmestau im Kirchenschiff zu verhindern.

Vieles ist aus dem 18. Jahrhundert. Und wenn er von der „Heiligen Sippe“ spricht, dann leuchten des Pfarrers Augen. Sie sind ihm mit das Liebste. „Die Figuren sind selten und etwa um 1520 geschnitzt worden“, sagt der Geistliche Rat. Dargestellt sind unter anderem die Großeltern Jesu – die Heilige Anna sowie der Heilige Joachim, ihr Ehemann sowie die spätere Gottesmutter Maria selbst noch als Kind. Nur einmal im Jahr, am St. Anna-Tag, verlassen die Figuren St. Andreas und sind dann in der Kapelle in Staucharting zu sehen. Auch sie kamen heuer zu neuem Glanz. Gab es eigentlich eine offizielle Einweihung nach all den Arbeiten? „Wenn man ein Zimmer in seinem Hause renoviert, feiert man doch auch nicht“, antwortet der Pfarrer bescheiden. Aufwändiger und mit 1,16 Millionen Euro vor allem teurer ist die Lage an St. Michael. Die etwa 1000 Argeter Katholiken können das nicht aufbringen. Man sei jedoch in Verhandlung mit der Diözese und hoffe, statt der 30 Prozent nur die Hälfte, also 15 Prozent aufbringen zu müssen. 

Eine Befundsuntersuchung an Gemälden und Fresken steht bevor. Wo an St. Michael nagt genau der Wurm? Da braucht Lorenz Poschenrieder nicht lange überlegen: Die Mauer sei rissig und sämtliche Farben verschmutzt. Stuck, Fresken, Heizung und Elektrik seien die elementarsten Probleme. „Seitens der Kunstwerke ist St. Michael auch viel hochkarätiger“, gibt Poschenrieder zu bedenken. Vor zehn Jahren kam er als Seelsorger nach Sauerlach, übernahm zunächst die Pfarrei St. Andreas. Zum heutigen Pfarrverband zählen etwa 4000 Katholiken. Poschenrieder ist 68 Jahre alt, in zwei Jahren spricht er von Pension. Sein Herzenswunsch bis dahin? „Dass St. Michael baldmöglichst renoviert wird“. Ein Startschuss demnächst wäre für ihn die Erfüllung eines Traums.

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