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Gemeinsamer Ausflug: Der Chor im Jahr 1957 in Rottach-Egern.

Evangelische Gemeinde

Kirchenchor Feldkirchen feiert an Heiligabend 70. Geburtstag

Feldkirchen – „Wussten Sie, dass auch Pippi Langstrumpf vor 70 Jahren geboren wurde? Wir sind genauso alt“ stellt Bernd Stettner, Obmann des evangelischen Kirchenchors Feldkirchen fest. Genauso jung geblieben sei der Chor allemal.

In diesem Jahr, genauer an Heiligabend, besteht der Feldkirchner Chor genau 70 Jahre. Dieses Jubiläum wurde nun aber schon einmal mit einer feierlichen Messe, die der Chor musikalisch gestaltete und einem anschließenden Empfang, gefeiert. 

Die Leiter und die Chormitglieder haben sich natürlich über die Zeit verändert. „Aber der gute Zusammenhalt ist schon immer da gewesen“, sagt Karin Seidel, die seit Februar die neue Chorleiterin ist. Auch das Jahr bevor sie nach Feldkirchen gekommen ist, hätte der Chor ohne einen Leiter überlebt. „Das ist nicht oft der Fall, aber es zeigt, dass der Chor ein wesentlicher Bestandteil der kirchlichen, aber auch der politischen Gemeinde ist“. 

Musik verbindet die Mitglieder des Kirchenchors seit vielen Jahren.

So singt der Chor nicht nur in der Kirche, sondern auch auf Seniorenfeiern und im Rathaus. Margit Schauer ist als junges Mädchen in den Chor eingetreten und ist nun schon 47 Jahre dabei. Auch weil ihre Mutter Martha Welle Sängerin der ersten Stunde war. „Das Miteinander, das Familiäre und der Spaß am Singen“ mache den Chor aus, meint sie. 

Auch die Aschheimerin Ilma Doebke, die mit 87 Jahren aus dem Chor ausgeschieden ist, sang 40 Jahre lang mit. „Eigentlich habe ich mein Leben lang schon immer gerne gesungen, vor allem mit meiner Schwester beim Geschirr spülen.“ Als ihr Mann dann gestorben ist, sei sie in den Chor eingetreten, um neue Menschen kennen zu lernen. „Mir tut es sehr weh, aber irgendwann muss man gehen“, sagt sie.

Der Chor wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, im Jahr 1945. Maria Turtur, die Frau des damaligen Pfarrers in Feldkirchen organisierte für den ersten Heiligabend nach dem Weltkrieg ein Krippenspiel in der Kirche, und suchte deswegen einen kleinen Chor. Und so ging sie von Tür zu Tür, um Menschen zu finden, die gerne singen.

Es fanden sich einige zusammen und sie probten gemeinsam mit der ersten Dirigentin Elfriede Gerheiser für das Krippenspiel. An Weihnachten 1945 sang der evangelische Kirchenchor dann zum ersten Mal. Seitdem gibt es den vierstimmigen Chor, der derzeit rund 30 Mitglieder zählt.

„Der Advent ist eine gute Zeit, um die vergangenen 70 Jahre revue passieren zu lassen“ sagt Pfarrer Torsten Bader in seiner Predigt. Die Pflanze habe Frucht getragen, immer neue Mitglieder seien dazu gekommen.

Zum 70-jährigen Bestehen sang der Chor in der evangelischen Kirche in Feldkirchen unter anderem eine Adventskantate von Dietrich Buxtehude. Im nächsten Jahr wird es dann noch ein größeres Konzert zum Jubiläum des Chores geben. „Obwohl 70 eigentlich ein Rentenalter ist, hoffen wir, dass wir genauso jung bleiben wie Pippi Langstrumpf, und freuen uns über jedes neues Mitglied“, sagt Stettner. 

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