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Kirchheim baut neue Ortsmitte

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- Kirchheim - "Historisch" ist nicht zu hoch gegriffen für diesen Moment, und doch wirkte es verblüffend unspektakulär, was da am Dienstagabend im Kirchheimer Gemeinderat passiert ist: Nach gut 20 Jahren Vorbereitung und unendlichen Querelen und politischen Kämpfen hat der Gemeinderat mit 17 zu acht Stimmen den Bau der "Neuen Ortsmitte" beschlossen, den Aufstellungsbeschluss für den "Bebauungsplan Nr. 93 mit Gründordnungsplan Gebiete Neue Ortsmitte Kirchheim", wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. In 20 Minuten war der Punkt durch.

Und das ganze praktisch ohne Aussprache. Die rund 100 Zuhörer - die Sitzung war extra in der Turnhalle der Grund- und Hauptschule angesetzt - schauten einigermaßen ratlos. Nein, es gab keinerlei Wortmeldungen mehr, weder von den Befürwortern der Ortsmitte, noch von den Gegnern. Nur Bürgermeister Heinz Hilger (VFW), leicht verblüfft ob der Diskussionsmüdigkeit seiner Räte, sagte nochmal etwas. Wie schon so oft zuvor erklärte er seine Gegenstimme und Ablehnung. Überzeugt sei er, dass die Bebauung der 43 Hektar, die anvisierte Planung die Gemeinde "überfordern wird", "unabhängig von den Details und Inhalten", die es ja noch nach Auslegung der Pläne und Bürgereinwendungen zu diskutieren geben werde.

Das Plangebiet "Neue Ortsmitte Kirchheim" erstreckt sich auf knapp 44 Hektar von Süden nach Norden zwischen Heimstetten Räterstraße bis über die Staatsstraße 2082 hinaus zur Martin-Luther-Straße und verklammert die Ortsteile Kirchheim und Heimstetten. Die Rahmenplanung beinhaltet die Überdeckelung der Staatstraße genauso wie Wohnbebauung, Einzelhandelsgeschäfte und Gemeinbedarfsflächen. Umstritten ist die damit verbundene hohe Zahl der bebaubaren Geschossfläche von 175 000 Quadratmetern für bis zu 4000 zusätzliche Einwohner im Endausbau. Basis ist der Bürgermeister stimmt dagegen und warnt am 31. Juli dieses Jahres geschlossene Vertrag (wir berichteten) mit den Grundbesitzern, unter anderem Demos, DIBAG und Deutsches Heim. Planungsgrundlage ist die 2005 vom Architekturbüro Gert Goergens erneut veränderte, nun endgültig beschlossene Konzeption.

An den Rändern ist Reihenhaussiedelung vorgesehen, zum Straßentunnel hin meist drei- aber auch teils viergeschossiger Wohnungsbau. Zentrales Planungsmerkmal ist zum einen die Überdeckelung der Staatsstraße, zum anderen die Verlegung der Straße vom Jugendheim JUZ direkt hin zur Hauptschule. Damit kann der Zentrale Grünzug zwischen Collegium und Ortsmitte mit künftigem Rathaus erheblich verbreitert werden, was Platz schafft für Biergarten und Dorfleben, hatte Goergens einst betont. Am Ende des Bachverlaufes im Norden beim kleinen Seebrunnen sollen Rathaus, Bürgersaal und Bürgerhaus entstehen. Zwischen den gemeindlichen Einrichtungen und dem Staatsstraßentunnel sind Läden und Verbrauchermarkt geplant.

A. Ganssmüller-Maluche

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